Die Bedeutung von Buchcovern: Gute Buchcover erkennen und gestalten

Die Bedeutung von Buchcovern: Gute Buchcover erkennen und gestalten

Sie haben die Macht. Sie entscheiden über den Kauf. Sie bestimmen Aufstieg oder Untergang. Buchcover. Sie sind eines der mächtigsten Werkzeuge eines Autoren oder Verlages. Ein Buchcover bestimmt schließlich, wie wir ein Buch zum ersten Mal wahrnehmen und ob wir ihm überhaupt die Chance geben, es aus dem Regal zu nehmen, um den Klappentext zu lesen.

Doch was verstehen wir eigentlich darunter? Was ist ein Buchcover? Als Buchcover bezeichnen wir allgemeinen jede Art von Umschlag um ein Buch herum. Er besteht aus Rückseite, Vorderseite und Buchrücken. Es gibt sie mit Schutzumschlag in lose und zum abnehmen oder auch in fest montiert. Sie sind mal schlicht, mal bunt, mal mit Erhebungen, mal weich oder glänzend. Es entscheidet, ob du ein Buch kaufst oder nicht.

Was macht ein gutes Buchcover aus?

Ein gutes Buchcover hat vor allem eine Aufgabe: Aufmerksamkeit erregen. Die Welt der Bücher ist gigantisch. Jährlich werden alleine in Deutschland 76.547 Bücher pro Jahr veröffentlicht. Da den Überblick zu behalten ist gar nicht so einfach, wenn nicht sogar unmöglich. Bibliotheken und Buchhandlungen sind bis unter die Decken voll gestellt mit den unterschiedlichsten Werken aus allen möglichen Genren. Dort das Buch zu finden, das man schon Jahre lang gesucht hat, ist schwierig. Deshalb verlassen wir uns auf den wichtigsten Sinn: Den Sehnsinn.

Der Sehsinn überträgt rund 80% aller Informationen aus der Außenwelt in unser Gehirn und beschäftigt ein Viertel unseres Denkvermögens. Früher hat uns unser Sehsinn vor Gefahren gewarnt, bevor wir sie riechen oder hören konnten. Heutzutage führt er uns zu Verlockungen, denen wir nicht widerstehen können. Ähnlich wie bei süßen Beeren im Wald, hilft uns dieses Organ dabei, die besten Juwelen aus dem Bücherregal zu fischen. Dabei greifen wir dann oft zu Büchern, die besonders schön gemacht sind. Anders gesagt: Wir suchen uns Bücher nach dem Buchcover aus. Ein gutes Cover kann man nach verschiedenen Aspekten beurteilen. Einige der wichtigsten Punkte sind die Einprägsamkeit und die Leserlichkeit. Ein Design, das unserem Gehirn keinem Genre oder ähnlichem zuordnen kann, ist scher im Gehirn zu verankern und wird daher schnell auch mal übersehen. Gute Cover fallen also auf. Das Design sollte einzigartig sein, etwas über die Tonality des Buches aussagen. Besonders oft verkauft werden auch Bücher, die beim Herausholen aus dem Regal haptisch sind. Das setzt natürlich voraus, dass sie die erste Aufmerksamkeit schon durch den Look erzielen konnten. Auch Erhebungen oder Besonderheiten im Druck machen sich oft bezahlt.

Da das sehr viele Kriterien sind, die man an eine solche Gestaltung stellen kann, möchte ich die unterschiedlichen Typen in drei Oberkategorien für dich zusammenfassen, damit du dich zukünftig nicht mehr von deinem Gehirn austricksen lässt. Dafür habe ich einige Beispielcover für dich gestaltet. Doch denke daran:

Aussehen ist nicht alles. Am Ende sind es die inneren Werte, die zählen.

Das sachliche Buchcover

Typisch für diese Art der Gestaltung ist die Verwendung von vielen geometrischen Formen und oft auch von unterschiedlichen Farben. Sachliche Buchcover fallen vor allem durch ihre klare Struktur auf. Sie werden deshalb auch oft für Biografien oder Sachbücher verwendet. Der Grund dafür ist simpel: Biografien und Sachbücher leben nicht von den Charakteren oder den Dialogen, sondern von den Rahmenbedingungen und den Weisheiten. Diese sind schwer hervorzuheben.

Menschen, die nach einer Lösung – zum Beispiel in Form eines Sachbuches – suchen, die wollen nicht unnötig von A nach B geschickt werden und dann wieder zurück. Sie wollen eine einfache Lösung für ihr, oft sehr vielschichtiges, Problem und suchen sich deshalb oft Bücher mit einem Buchcover aus, das ebenfalls klare Linien und Strukturen einhält.

Die Eigenschaften eines sachlichen Covers sind:

  • Klare Linien und Strukturen
  • Verwendung von geometrischen Formen
  • Schlichte Schriftarten ohne Serifen
  • Kräftige Statement-Farben
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Das verspielte Buchcover

Verspielte Buchcover haben eine ganz andere Mission als die sachlichen Kollegen. Sie fallen insbesondere dadurch auf, dass sie süß und niedlich sind und man diese Bücher alleine schon aus diesem Grund kauft. Der Inhalt ist dabei nicht immer so wichtig, denn verspielte Buchcover sind echte Highlights im eigenen Bücherregal. Benutzt werden diese Typen von Buchcovern besonders häufig in den Genren Humor oder Liebe. Auch Kinder- und Jugendbücher basieren oft auf diesem Stil, da nachweislich Kinder anfälliger für bunte auf auffällige Formen sind und sich eher dazu berufen fühlen, diese zu erwerben als Erwachsene.

Die Eigenschaften eines verspielten Covers sind:

  • Viele Schnörkel und möglichst keine glatten Kanten
  • Spielerische Schrift, die handgeschrieben sein könnte
  • Extrem viele oder extrem wenig Freiräume auf dem Cover
  • Niedliche Pastell-Farben
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Das verträumte Buchcover

Eins ist klar: Bücher, die diesen Typus Stil verwenden, haben eine echte Story zu erzählen. Bücher mit verträumten Covern kommen so gut wie immer aus der fiktionalen Literatur und sind meistens auch etwas dicker. Das Buchcover besteht oft aus einer ganzseitigen Illustration oder Fotografie, die andeutet, was es mit dem Inhalt auf sich haben könnte. Das kann auf malerische oder abschreckende Art und Weise verfolgen. Ein verträumten Stil, der beinahe schon künstlerisch ist, wird deshalb sowohl von Fantasy Romanen wie auch Kirmis oder Thrillern gleichermaßen verwendet.

Anders als bei den vorherigen beiden Arten von Buchcovern gibt es hier so gut wie keine künstlerischen Grenzen. Die Bücher warten von bunt bis schlicht, von farbig bis dezent oder von griffig bis matt in allem auf. Auch werden hier oft die verschiedenen Stile miteinander vermischt oder Schriftarten aus unterschiedlichen Schubladen verwendet. Wichtiger als der Aufdruck und die Schrift sind hier definitiv die bildliche Gestaltung. Das bedeutet, dass der Buchtitel im Design auch gerne mal untergehen darf.

Die Eigenschaften eines verträumten Covers:

  • Flächendeckende Gestaltung
  • Vermischung von verschiedenen Schriftarten und Stilmitteln
  • Grafiken und/oder Fotografien besonders penetrant
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Buchcover gestalten lassen

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, um an sein eigenes, hammermäßiges Buchcover zu kommen. Selfmade kann genauso gut werden, wie durch eine zweite Hand. Wichtig ist in erster Linie, dass man die Spielregeln kennt, die ich dir eben erläutert habe. Es gibt in Deutschland viele Agenturen, die sich auf diese Art der Gestaltung spezialisiert haben. Viel Verlage haben eigens für die Buchcovergestaltung ihre eigenen Leute eingestellt.  Illustratoren verdienen einen Großteil ihres Einkommens mit ihrer Kunst. Wichtig ist, wenn du dir dein Buchcover von jemand anderem gestalten lassen möchtest, ist, dass du dir den Vertrag gut durchliest. Urheberrecht lässt sich nicht direkt übertragen. Dafür kann man jedoch die Nutzungsrechte klar vertraglich definieren.

Ich muss zugeben, dass Buchcover auch auf mich einen sehr großen Impact haben. Ein schönes Buch von Innen und Außen im Regal, ist nämlich immer netter als ein Buch, das nur von Innen gut aussieht. Doch ich bin fest überzeugt davon, dass die Gestaltung alleine keine K.O. Kriterium für ein Werk sein sollte. Wie stehst du dieser Thematik gegenüber und wonach suchst du deine Bücher aus? Deine Meinung interessiert mich sehr und ich freue mich auf deinen Kommentar.

Beitragsbild: © Alisa Anton – unsplash.com

sarah-laurien-weiher

Hinter nonsensente stecke ich, Sarah. Seit dem Jahr 2015 bin ich Bloggerin. Ich schreibe auf meinem Blog über Dinge, Welten und Menschen. Kurzum über alles, was mich bewegt. Als Pixelfreundin bin ich in der bunten Welt der Medien aufgewachsen. Besonders gerne befasse ich mich heute mit Literatur aus den Bereichen Fantasy, Sci-Fi und Crime.

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