Dialog schreiben – Herangehensweise und Umsetzung

Dialog schreiben – Herangehensweise und Umsetzung

Die Sprache ist das wichtigste Instrument eines guten Schriftstellers. Die Sprache in einem Roman äußert sich durch Beschreibungen und das gesprochene Wort gleichermaßen. Doch das gesprochene Wort weist einige Unterschiede zum privaten Gespräch im echten Leben auf. Einen Dialog schreiben kann einige schwierige Angelegenheit sein. Den richtigen Grad zwischen Spannung, Inhalt und Story zu finden ist nicht einfach. Deshalb habe ich einige Tipps gesammelt, mit denen dir das Dialoge schreiben hoffentlich etwas leichter fällt.

Unterschiede in Realität und Fiktion

Dialoge schreiben ist ein wichtiger Bestandteil des Kreativen Schreibens. Er gibt einen detaillierten Einblick in das Leben, das Denken und die Emotionen der Charaktere einer Geschichte. Damit ist der wichtigste Punkt auch schon gesagt: Einem guten Dialog gehen gute Charaktere voraus. Sei es ein Bösewicht, ein Held oder eine Nebenfigur: Menschen unterscheiden sich stark in ihrer Ausdrucksweise und in ihrer Wortwahl. Deshalb ist es sehr wichtig, die Figur zu kennen, bevor sie das Wort erhebt. Jeder Charakter sollte seine eignen Phrasen, seinen eigenen Satzbau und seinen eigenen “Tonfall” haben.

Anders als im realen Leben ist es also von enormer Bedeutung, was gesagt wird. Während wir uns in unserem Alltag oft über das Wetter unterhalten, lange ausschweifen oder Vorwissen bei unseren Gesprächspartnern voraussetzen, sollte ein schriftlicher Dialog niemals zufällig sein. Sie haben immer eine gute Daseinsberechtigung und Funktion. Sie verleihen den sprechenden Charakteren noch mehr Tiefe, sie vermitteln handlungsrelevante Informationen, erzeugen Konflikte, offenbaren neues Wissen oder erklären Situationen.

Aufbau von Dialogen

Anders als beim Drama, das beinahe ausschließlich aus Dialogen besteht, sind Dialoge in anderen Genre immer kurzweilig. Der Dialog in der Fiktion wird dabei von verschiedenen Faktoren beeinflusst:

  • Gesprächssituation: Wo befinden sich deine Charaktere und welcher Lage stecken sie? Sind sie auf der Flucht, in einer Vorlesung oder am Familientisch? All das sind Faktoren dafür, wie ausgiebig und in welcher Weise gesprochen wird.
  • Gesprächsinhalt: Worüber unterhalten sich deine Charaktere? Vollkommen inhaltslose Dialoge solltest du bestmöglich vermeiden. Dennoch macht es einen Unterschied, ob dein Charakter gerade etwas vollkommen neues gesagt bekommt oder anderen Charakteren von einem Vorfall erzählt.
  • Teilnehmende Charaktere: In welchem Verhältnis stehenden die Charaktere zu einander und wieso unterhalten sie sich? Diese beiden Fragen können die Gesprächsgrundlage und den Umgang der Charaktere untereinander genauso massiv beeinflussen wie das gesprochene Wort.
  • Motivation der Charaktere: Wieso findet diese Konversation gerade statt? Lügt dein Charakter, sagt er die Wahrheit oder möchte er etwas neues erfahren? Das ist entscheidend darüber, in welche Richtung das stattfindende Gespräch verläuft.

Verschiedene Stilmittel

Um deine Dialoge etwas aufzupeppen, kannst du dich verschiedener Stilmittel bedienen. Die Verwendung unterschiedlicher Stilmittel lockert die Situation etwas auf und lässt deine Charaktere ihre eigene Persönlichkeit entwickeln. Es gibt viele Stilmittel in unserer Sprache derer du dich bedienen kannst:

  • Wortschatz: Jeder Charakter sollte seine eigene Wortwahl und Ausdrucksweise haben.
  • Aussprache: Hin und wieder kann es zu deiner Geschichte passen, wenn einige deiner Charaktere Buchstaben weg lassen, stottern oder nuscheln.
  • Akzent/Dialekt: Vielleicht stammen deine Charaktere aus unterschiedlichen Regionen. Dies kannst du gut anhand von Dialekten oder Akzenten zum Ausdruck bringen. Du solltest es jedoch nicht übertreiben, damit es dem Leser nicht zu schwer fällt, deine Textpassagen zu lesen.
  • Vergleiche: Du kannst deine Charaktere auch in Vergleichen sprechen lassen, beispielsweise: »Hast du Lisa gesehen? Die benimmt sich wie ein Fisch auf dem Trockenen.«
  • Metaphern: Metaphern sind eine gute Methode, um bildlich zum Ausdruck zu bringen, was deine Charaktere fühlen.
  • Ironie & Sarkasmus: In Dialogen muss nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen sein. Kleine Zickereien, Streitigkeiten oder die Verwendung von Ironie und Sarkasmus verleiht deinen Dialogen mehr Biss.
  • Rhetorische Fragen: Die reine Übermittlung von Informationen kann teilweise sehr zäh sein. Lockere deine Dialoge durch Rückfragen oder rhetorische Fragen auf.
  • Umgangssprache: Je nach Kultur und Altersgruppe gibt es andere Vokabeln, die Menschen verwenden. Beachte diese Sprechweisen auch bei deinen Charakteren.

Formatierung von Dialogen

Um sich einen Dialog besser vor Augen führen zu können, reicht es in der Fiktion nicht, die gesagten Worte von Charakter A und Charakter B nach einander herunterzurattern. Wichtig für Dialoge in einem Roman sind die Beschreibungen, die zwischendurch stattfinden. Dafür muss man insbesondere die korrekte Zeichensetzung und Formatierung beherrschen. Grundsätzlich gilt: Wenn eine Figur zu sprechen beginnt, fängt die wörtliche immer Rede in einem neuen Absatz an, außer die vorangegangene Handlung gehört zum aktuellen Sprecher. Hinter einem »sagte er« oder ähnlichem fällt ein Punkt am Ende der wörtlichen Rede weg, alle anderen Satzzeichen werden jedoch wie üblich gesetzt.

Ein korrekt formatierter Dialog sieht demnach beispielsweise wie folgt aus:

Es war ein regnerischer Morgen. Lisa saß mit ihrem Freund Arthur auf dem Bett in ihrem Zimmer. Arthur hatte die Stirn in Falten gelegt und starrte grimmig auf das Smartphone, das er in den Händen hielt.
»Was ist los?«, fragte Lisa nach einer Weile.
»Nichts«, murmelte er.
Das Mädchen hob eine Augenbraue. »Du siehst nicht so aus.«
»Nichts«, wiederholte er, dieses Mal schon sichtlich genervter.
»Sag schon!«
»Man Lisa, lass gut sein!«, fauchte er sauer zurück.

Der innere Monolog

Eine besondere “Form des Dialogs” ist der innere Monolog, also eine Unterhaltung, die der Charakter mit sich selbst führt. Monologe können ein sehr wichtiges Stilmittel sein, um einen Charakter noch näher zu beleuchten und seinen inneren Konflikt zu unterstreichen. Wichtig ist es jedoch, dass diese inneren Monologe nicht ausarten. Seitenlange Gedankenspiele funktionieren im Theater, aber nur in den seltensten Fällen auf dem Papier. Deshalb ist es hier ratsam, den Monolog einer Figur durch Beschreibungen, Wahrnehmungen oder Dialoge aufzulockern.

Fazit zum Dialoge schreiben

Dialoge schreiben ist eine sehr wichtige, aber keine einfache Angelegenheit. Dialoge sollten simpel gehalten werden, immer eine Daseinsberechtigung haben, sie sollten Gefühle, Launen und Stimmungen vermitteln, ein Ziel verfolgen, zu den sprechenden Charakteren passen und lebendig sein. Fällt dir das Schreiben von Dialogen leicht oder schwer? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit deiner Meinung und deinen Tipps.

© StockSnap – pixabay.com

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