Wieso der Klappentext so wichtig ist

Wieso der Klappentext so wichtig ist

Er entscheidet über den Kauf oder Nichtkauf eines Buches. Er gibt Informationen, fasst zusammen und macht Lust auf mehr: Der Klappentext. Der Klappentext ist – neben dem Buchcover – der erste Eindruck den wir von einem Buch erhalten. Er muss überzeugen, verständlich sein und darf doch nicht zu viel verraten. Das sind ganz schön viele Anforderungen an 4-6 Zeilen Text. Doch was macht einen guten Klappentext aus und wieso lassen wir uns von ihm dermaßen in die Irre führen?

Was ist ein Klappentext?

Als Klappentext wird der Text bezeichnet, der auf den Einschlagklappen eines Schutzumschlages von Büchern, Filmen oder manchmal auch Musik-CDs steht. Man kann ihn an vielen Stellen finden: Entweder auf der Rückseite, bei manchen Büchern aber auch auf der vorderen oder hinteren Einschlagklappe. Erfunden wurde diese Art der Kurzusammenfassung ohne Spoilern von dem Verleger Karl Robtert Langewiesche.

Der Klappentext gibt erste Informationen darüber, worum es sich bei dem Buchinhalt handelt, enthält manchmal auch Informationen über den Autoren oder (positive) Kritiken. Besitzt ein Buch keinen Umschlag, wie zum Beispiel bei Paperbacks oder Taschenbüchern, dann ist der Klappentext normalerweise auf der zweiten Seite oder auf der Rückseite platziert. In den meisten Fällen wird der Klappentext nicht vom Autoren eines Buches, sondern von der zuständigen Marketingabteilung des Verlages geschrieben. Oft haben die Autoren bei dieser Entscheidung kein oder nur ein begrenztes Mitspracherecht.

Folgende Inhalte sollte ein guter Klappentext haben:

  • Inhaltsangabe
  • Auszug
  • Kommentar
  • Autorenportrait
  • Auszeichnungen
  • Werbung

Unterschiede zum Waschzettel

Der Klappentext wird oft mit dem so genannten Waschzettel vertauscht. Auch der Waschzettel bei Büchern gibt Aufschluss über den Inhalt, den Autoren und das Thema eines Buches. Anders jedoch als der Klappentext wird der Waschzettel in der Regel tabellarisch aufgelistet und ist in erster Linie für Buchhändler und Zentralbibliotheken gedacht, die das Buch nicht zwangsläufig selber lesen möchten, sondern ihrer Kundschaft lediglich Fragen beantworten sollen. Die Funktion ist eine andere: Der Klappentext ist eine Marketing-Maßnahme, die potenzielle Käufer zum Kauf eines Buches anregen soll. Der Waschzettel hingegen ist für die Verkäufer gedacht, die anhand des Waschzettels ihre Kunden besser beraten sollen.

Wie wir uns vom Klappentext verführen lassen

Wer kennt es nicht? Die meisten Leseratten und Buchliebhaber kennen dieses Problem nur zu gut. Ein ansprechendes Cover und ein schöner, lustiger Klappentext machen sich doch ganz wunderbar im Bücherregal! Der erste Eindruck ist es der zählt und oftmals bleibt, dabei machen Bücher keine Ausnahme. Bücher, die nicht ansprechend gestaltet sind, werden oft auch nicht gekauft. Mit dem Klappentext ist es wie mit einer Parfümwerbung im Fernsehen: Er vermittelt uns das Gefühl, das Produkt zu kennen, obwohl wir es in Wahrheit noch nie gerochen haben. Die Entscheidung ein neues Buch zu kaufen kann schwierig sein. Das Angebot in Büchereien, Bibliotheken oder Buchhandlungen ist oft so riesig, dass wir gar keine andere Wahl haben, als uns auf den Klappentext zu verlassen. Wer hat auch schon die Zeit, die ersten zehn Seiten von Hunderten von Büchern durchzulesen, ohne dabei auch nur eine Idee davon zu bekommen, in welche Richtung sich das ganze noch entwickelt? Die Antwort ist simpel: Niemand.

Tipps & Tricks zum Klappentext schreiben

Selbstständige Autoren und Self-Publisher, die ein Buch ohne Verlag veröffentlichen wollen, sollten sich in jedem Falle der Wichtigkeit eines guten Klappentextes bewusst sein. An dieser Stelle ist künstlerische Freiheit oft fehl am Platz. Der Klappentext muss kurz, präzise und interessant gestaltet werden. Hier geht es nicht nur um das Kreative Schreiben. Der Klappentext ist nichts anderes als ein Werbetext. Deshalb habe ich nun fünf hilfreiche Tipps für dich, damit dir das Schreiben eines guten Klappentextes gelingt:

  1. Einstieg: Der erste Satz sollte kurz und präzise sein und im Bestfall bereits etwas über das Genre des Buches verraten. Bei Liebesromanen können beispielsweise Wörter wie romantisch oder Liebe eindeutige Indikatoren sein, ohne dass das Wort Liebesroman konkret ausgesprochen werden muss.
  2. Umfang: Je kürzer und einprägsamer desto besser. Hierbei handelt es sich nicht um eine Inhaltsangabe oder Zusammenfassung, sondern nur um einen kurzen Teaser. Versuche nur die allerwichtigste Information zu verarbeiten um die richtige Stimmung rüber zu bringen.
  3. Perspektive: Ein Klappentext wird im Grunde immer in der 3. Person und in der Gegenwart geschrieben, unabhängig davon, welche Erzählperspektive im Buch verwendet wird.
  4. Formatierung: Verlagsautoren können sich spätestens an dieser Stelle entspannt zurück lehnen, denn die richtige Formatierung ist etwas, das jeder gute Verlag selber im Auge hat. Self-Publisher sollten beim Klappentext jedoch auf eine gute Lesbarkeit Rücksicht nehmen und eine Schriftgröße zwischen 8 pt und 12 pt wählen, sowie angemessene Zeilenabstände einhalten und mit Absätzen arbeiten.
  5. Werbung: Neben der inhaltlichen Zusammenfassung kann bei einem Klappentext auch gut und gerne mit Kritiken von Testlesern oder bekannten Zeitungen oder Zeitschriften gearbeitet werden, die das Buch bereits gelesen haben. Alternativ kann auch, insbesondere bei einem Debütroman, der Autor vorgestellt werden.

Ein guter Klappentext ist nicht länger als 100-200 Wörter. In der Kürze liegt die Würze. Der Text sollte emotional sein, keine falschen Versprechungen hervor rufen und Lust auf mehr machen. Das alles zu vereinen kann sich als äußerst schwierig herausstellen, lohnt sich aber!

Beispiele für gute Klappentexte

Viele Autoren und Verlage haben es uns schon vorgemacht. Wie so ein perfekter Klappentext aussehen kann, das zeigen dir diese nachfolgenden Bücher. – Ob der Inhalt ebenfalls so gut ist, das ist noch einmal eine ganz andere Frage.

Der Junge im gestreiften Pyjama:

Der neunjährige Bruno weiß nichts von der Endlösung oder dem Holocaust. Er ist unberührt von den entsetzlichen Grausamkeiten, die sein Land dem europäischen Volk zufügt. Er weiß nur, dass man ihn von seinem gemütlichen Zuhause in Berlin in ein Haus verpflanzt hat, das in einer öden Gegend liegt, in der er nichts unternehmen kann und keiner mit ihm spielt. Bis er Schmuel kennenlernt, einen Jungen, der ein seltsam ähnliches Dasein auf der anderen Seite des angrenzenden Drahtzauns fristet und der, wie alle Menschen dort, einen gestreiften Pyjama trägt. Durch die Freundschaft mit Schmuel werden Bruno, dem unschuldigen Jungen, mit der Zeit die Augen geöffnet. Und während er erforscht, wovon er unwissentlich ein Teil ist, gerät er unvermeidlich in die Fänge des schrecklichen Geschehens.

Nimmerzwerg:

Hinter dem Abgrund des Vergessens, wo die Entzwergten ihre Toten rauchen und alle Hoffnung Asche wird, entscheidet sich endgültig die Zukunft des Ehernen Volkes. Und während die Wahrheit über den Tod der Frauen und das Abartige Artefakt offenbar wird, hebt der Schicksalszwerg am Ende seines Stollens ein letztes Mal Hammer und Humpen, um untoten Zwergen, manischen Maschinen und dem Nimmerzwerg zu trotzen. Neue wahnwitzige Abenteuer im Land der Zwerge – Abschluss der Trilogie.

Das Lied der Dunkelheit:

„Weit ist die Welt – und dunkel …“

… und in der Dunkelheit lauert die Gefahr. Das muss der junge Arlen auf bittere Weise selbst erfahren. Schon seit Jahrhunderten haben Dämonen, die sich des Nachts aus den Schatten erheben, die Menschheit zurückgedrängt. Das einzige Mittel, mit dem die Menschen ihre Angriffe abwehren können, sind die magischen Runenzeichen. Als Arlens Mutter bei solch einem Dämonenangriff umkommt, flieht er aus seinem Heimatdorf. Er will nach Menschen suchen, die den Mut noch nicht aufgegeben und das Geheimnis um die alten Kriegsrunen noch nicht vergessen haben.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein eindringliches, fantastisches Epos voller Magie und Abenteuer. Es erzählt die Geschichte eines Jungen, der einen hohen Preis bezahlt, um ein Held zu werden. Und es erzählt die Geschichte des größten Kampfes der Menschheit – der Kampf gegen die Furcht und die Dämonen der Nacht.

Episch und düster – die faszinierendste Weltenschöpfung der letzten Jahre.

Was hältst du vom Klappentext? Lässt du dich auch von einer gut geschrieben Zusammenfassung verführen oder bist du eher der Typ Leser, der Bücher nur nach ausgiebigen Recherchen kauft? Deine Meinung interessiert mich wirklich und ich freue mich über deine Antwort in den Kommentaren.

Beitragsbild: © Pexels – pixabay.com

Hinter nonsensente stecke ich, Sarah. Seit dem Jahr 2015 bin ich Bloggerin. Ich schreibe auf meinem Blog über Dinge, Welten und Menschen. Kurzum über alles, was mich bewegt. Als Pixelfreundin bin ich in der bunten Welt der Medien aufgewachsen. Besonders gerne befasse ich mich heute mit Literatur aus den Bereichen Fantasy, Sci-Fi und Crime.

2 Kommentare

  1. 15. Juni 2018 / 22:27

    Hey!
    Interessanter Beitrag.
    Ich muss zugeben, dass ich Klappentexte mittlerweile selten bis nie lese, sie verraten mir meistens leider einfach viel zu viel.
    Schon häufig war es so, dass ich den KT nicht gelesen habe, und im Buch selber von Dingen überrascht wurde, die tatsächlich im KT standen. Ich war also sehr froh, mir das Lesen von ihm gespart zu haben.
    Ich kann mir gut vorstellen, wie schwierig es ist, einen guten Text zu verfassen, der nicht zu lang ist, aber neugierig macht.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Sarah
      Autor
      17. Juni 2018 / 19:10

      Hey!
      Ja, das kann ich oft verstehen. Es ist wirklich häufig so, dass entweder viel vorweg genommen wird oder der Klappentext mehr verspricht als er hält. Liest man ihn gar nicht kauft man aber wiederum häufig die Katze im Sack. 😀 Nicht sehr einfach.

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