Buch Rezension: Fanatisch von Patricia Schröder

Buch Rezension: Fanatisch von Patricia Schröder

Sponsored Post. Vor Kurzem habe ich vom Coppenrath Verlag ein Rezensionsexemplar von Fanatisch, geschrieben von Patricia Schröder, erhalten. Ich habe mich sehr über die Zusendung gefreut, da es sich bei dem neuen Buch von Patricia Schröder um ein Buch meiner Book Bucket List handelte. Ich habe das Buch innerhalb eines Wochenendes durchgelesen. Während dieser Zeit war ich zwischen Begeisterung und Frust hin und her gerissen. Wieso, das erfährst du in der nachfolgenden Rezension.

Deutscher Titel Fanatisch
Genre Thriller
Autor Patricia Schröder
Altersempfehlung ab 14 Jahren
Bindung Gebundene Ausgabe
Umfang 368 Seiten
Erschienen 05. Februar 2018
Verlag Coppenrath Verlag
ISBN 9783649624547

Inhalt

In Fanatisch von Patricia Schröder geht es um die Araberin Nara. Nara ist ein ganz normales Teenager-Mädchen. Sie ist in Deutschland aufgewachsen und geht mit ihrer besten Freundin Charlotte zur Schule. Ihr bester Freund ist Jamie Gaertner. Ihre Schule besucht auch der mysteriöse Tobias, den Nara ganz interessant findet. Sie lebt glücklich Zuhause bei ihrer Familie, zusammen mit ihrer Mutter, ihrem Vater, ihrem Hund Mister Ibrahim und mit Sinan, ihrem Bruder. Eines Tages jedoch wird sie entführt. Und sie ist nicht die Einzige. Auch Laura, Lili, Amy, Tugce und Corinne sehen sich plötzlich in den Händen von religiösen Fanatikern gefangen. Doch es ist nicht alles so wie es scheint.

Klappentext:

Sechs Mädchen verschwinden spurlos und kehren nach sechs Tagen völlig unvermittelt nach Hause zurück – in einheitlicher Kleidung, mit einer genähten Wunde an der Hand und alle sechs schweigen beharrlich. Religiöse Fanatiker haben sie auf grausame Weise biblischen Ritualen unterzogen. Nara ist eine der Geiseln gewesen und auch sie darf kein Wort sprechen. Denn der Entführer hat gedroht, ihrem Bruder etwas anzutun. Doch warum wurde gerade sie auserwählt? Langsam erkennt Nara, dass ihr Martyrium Teil eines größeren Plans ist, in dem sie eine besondere Rolle spielt. Und nur wenn sie es rechtzeitig schafft, sich in die fanatische Gedankenwelt des Täters zu vertiefen, kann sie das große angekündigte Unheil verhindern.

Damit liefert Patricia Schröder einen Thriller für Jugendliche und junge Erwachsene ab, der Wort wörtlich unter die Haut geht. Das Buch behandelt die Themen Freundschaft und Liebe gleichermaßen wie die Gebiete Angst und Schrecken.

Bewertung

Erster Eindruck

Das Buch von Patricia Schröder ist sehr hochwertig gestaltet. Im Buch selbst werden Textabschnitte wie Zeitungsartikel, Whatsapp oder Facebook Nachrichten und auch handgeschrieben Notizen gesondert hervor gehoben. Das Buch hat mich schon mit dem Klappentext gelockt und kaum hatte ich es aufgeschlagen, konnte ich es erst wieder nach zweihundert Seiten für eine kurze Pause beiseite legen. Der Schreibstil von Patricia Schröder ist sehr angenehm zu lesen und lässt gut zu, dass man sich in die Gedanken- und Gefühlswelt von Nara hineinversetzen kann.

Die Charaktere

Für mich persönlich spielen die Charaktere in einem Roman eine elementare Rolle und tragen maßgeblich dazu bei, ob ich eine Geschichte – egal wie gut der Handlungsrahmen auch ist – gerne oder ungerne lese. Ich persönlich finde, dass Nara eine absolut wundervolle Protagonistin ist und auch ihre beste Freundin Charlie ist mir schnell stark ans Herz gewachsen. Auch Naras Eltern und ihr Bruder Sinan haben es mir angetan. Sehr schön habe ich auch die Entwicklung gefunden, die diese Charaktere durchlebt haben.

Was jedoch alle anderen Charaktere in dem Buch betrifft, insbesondere die Nebencharaktere mit weniger Handlungseinfluss, wurde ich stark enttäuscht. Die meisten Nebencharaktere konnten mich nicht abholen und haben auf mich doch sehr einseitig gewirkt und es fiel mir insgesamt sehr schwer, ihre Motivationen nachzuvollziehen. Jamies Liebeserklärung war mir direkt zu Beginn zu kitschig und zu erzwungen und auch mit Tobias oder Magnus kam ich irgendwie nicht zurecht. Gelegentlich habe ich mich von Patricias Ich-Formulierungen schon dazu gezwungen gefühlt, wie ich eine Figur ihres Buches zu finden habe, wenn sie doch wieder betonte, dass Tobias ja auf jeden Fall ein Freak sei.

Die Geschichte

Die Geschichte und die Grundidee haben mir tierisch gut gefallen. Obwohl ich mich zu Beginn etwas schwer damit getan habe, Naras Handlungen und Vorgehensweisen zu verstehen, sind mir ihre Beweggründe von Seite zu Seite deutlicher und klarer geworden. Besonders gut haben mir der Flüchtlingskonflikt und die Thematik der Fremden- und Religionsfeindlichkeit in dem Buch gefallen. Ich finde damit hat Patricia ein sehr modernes Buch geschaffen, dass sich an aktuelle Probleme herantraut und auch versucht, die moderne Technik, wie Smartphones oder Laptops, in die Atmosphäre eines Thrillers einzubauen. Sie bringt diese Problematik auf eine emotionale, aber nicht aufdringliche, Art und Weise mit in die Geschichte ein und hat es damit wirklich geschafft, mich zum Nachdenken zu bringen.

Für den nachfolgenden Abschnitt zur Geschichte spreche ich eine Spoiler-Warnung aus:

Was ich jedoch auch sagen muss, ist, dass der große Wendepunkt in der Geschichte, bei dem es darum geht, wer tatsächlich die Entführer von Nara und den anderen fünf Mädchen waren, für mich bereits zu Beginn der Geschichte, noch vor der eigentlichen Entführung, absolut klar war und nicht überraschend kam. Das hat dem Buch meiner Meinung nach jedoch keinen Abbruch getan, da die Stärken in dieser Geschichte ganz klar an anderen Stellen liegen.

Der einzig große Kritikpunkt – neben den schwachen Nebencharakteren – sind für mich jedoch die letzten drei Seiten. Ich finde das doch allzu fröhliche, girly-gackernde Ende hat dem Buch keinen schönen Schluss geschenkt und hat nicht gut zu der Atmosphäre der Vorseiten gepasst. Auch finde ich hat die Autorin einen sehr leichten Ausweg gewählt, um die Entführung am Ende aufzuklären. Auch da hätte ich am Ende mehr erwartet.

Mein Fazit

Alles in allem kann ich zu Fanatisch von Patricia Schröder sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat das Buch zu lesen und dass ich von der ersten bis zur letzten Seite die Geschichte rund um Nara mit Spannung verfolgt habe. Besonders schön finde ich, dass es sich hierbei um einen Jugendbuch-Thriller handelt, der mit den Tücken der modernen Technik spielt und sie einsetzt, anstatt sich davor zu wehren. Gerade für Einsteiger in dieses Genre absolut lesenswert. Ich würde das Buch meinen Freunden weiter empfehlen.

Bewertung nach der nonsensente-Bewertungsskala:

Positiv Negativ

7
Gut!

Geschichte – 7
Spannung – 9
Anspruch – 6
Charaktere – 6

  • Spannende Geschichte mit viel Tempo
  • Starker Hauptcharakter
  • Bildhafter Schreibstil
  • Hohe Handlungsglaubwürdigkeit
  • Guter Hauptkonflikt
  • Moderne Geschichte mit modernen Themen
  • Gruselig und spannend bis zum Ende
  • Einige fade Nebencharaktere
  • Schwache Auflösung am Ende

Bildhintergrund: © congerdesign – pixabay.com

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