Buch Rezension: Das 6-Minuten-Tagebuch

Buch Rezension: Das 6-Minuten-Tagebuch

Tagebücher sind etwas sehr intimes. Diese Rezension wird es demnach auch. Ich habe in den letzten Wochen einiges erlebt: Schöne wie auch unschöne Dinge. Ich habe den Arbeitgeber gewechselt, jemanden verloren und neue Freunde dazu gewonnen. Kurzum: Mein Kopf schwirrte voller Erlebnisse und Ereignisse, die nur schwer auf einmal zu verarbeiten waren. Deshalb war ich umso glücklicher darüber, dass das Team von UrBestSelf mir das 6-Minuten-Tagebuch vorstellte. Ich habe einen sehr vollen Alltag. Deshalb war die Idee, nur 6 Minuten am Tag für das Tagebuch schreiben aufbringen zu müssen, sehr verlockend. Ob das auch in der Praxis funktioniert hat, das erfährst du jetzt.

Titel Das 6-Minuten-Tagebuch
Genre Tagebuch
Sprache Deutsch
Altersempfehlung ab 10 Jahren
Bindung Hardcover, Leinen
Umfang 288 Seiten
Preis 24,90 €
Erschienen Oktober 2016
Verlag UrBestSelf
ISBN 978-3981845006

Inhalt von Das 6-Minuten-Tagebuch

Wie für ein Tagebuch üblich, muss der Inhalt vom 6-Minuten-Tagebuch erst noch selbst geschrieben werden. Zumindest teilweise ist das der Fall. Ich habe zuvor noch nie ein Tagebuch besessen, das eine Anleitung erforderte. Die ersten 70 Seiten des 6-Minuten-Tagebuchs sind bedruckt mit Ratschlägen, Inspirationsquellen und nützlichen Tipps und Tricks, damit das Tagebuch schreiben funktioniert, man am Ball bleibt und man selbst mehr Achtsamkeit und Lebensfreude entwickelt. Die Einleitung ist auf wissenschaftlichen Studien aus den Bereichen der positiven Psychologie und Neurowissenschaft gestützt. Ich selbst gehöre zu den Menschen, die Gebrauchsanleitungen von Geräten nur selten Lesen und meistens direkt durchstarten. Deshalb war ich umso überraschter von mir selbst, dass mir die Einleitung zum 6-Minuten-Tagebuch tatsächlich Freude bereitet hat und mir in einigen Punkten Möglichkeiten eröffnet hat, mit denen ich zuvor gar nicht gerechnet hatte. Das Tagebuch ist gegliedert in

  1. Einleitung
  2. Kurzer Überblick
  3. Das Sachbuch
  4. Die Morgenroutine
  5. Die Abendroutine
  6. 6 Tipps zur Nutzung
  7. Das Tagebuch.

Die Zielsetzung des Buches ist dabei simpel: »Wer sich gut fühlen will, der muss auch gut denken.« Das soll erreicht werden durch positive Psychologie (Fokus auf Fortschritt und das Gute), machbare Portionen (Wenig Aufwand für viel Wirkung), Selbstreflexion (Klarheit über deine Ziele und Prioritäten) und gute Gewohnheiten (jeden Tag 1% besser). Das Tagebuch verspricht Erfolg in dieser Mission und wirbt dafür sogar mit einer Geld-Zurück-Garantie. Alles was man für das 6-Minuten-Tagebuch benötigt sind drei Minuten abends, drei Minuten morgens und einen Stift.

6-minuten-tagebuch-aufmachung

Bewertung

Im Tagebuch heißt es: »Empfehlenswert ist auch das Tagebuch mit einem festen Ritual, wie dem morgendlichen Kaffee oder Tee, zu kombinieren.« (S. 64) Ein Ratschlag, den ich schnell für mich adaptiert habe. Der Ort, den ich jeden Tag – morgens wie auch abends – immer im Blick habe, ist die Essensnische in meiner Küche. Deshalb hat das 6-Minuten-Tagebuch dort auch schnell seinen festen Platz gefunden. Immer zum Essen nehme ich mir die Zeit, meine Gedanken festzuhalten.

tagebuch-schreiben-routine

Ich selber bin ohnehin schon seit langer Zeit Tagebuch Schreiberin. Allerdings hatte ich bisher immer einfache Notizbücher ohne Vordruck verwendet, in denen ich – ähnlich zur Briefform – immer mal wieder meine Erlebnisse runter geschrieben habe. Das hatte zur Folge, dass zwischendurch mal Tage, aber auch Wochen oder Monate vergangen sind, ohne dass ich etwas in meinem Tagebuch nieder geschrieben habe. Es ist mir bei diesem 6-Minuten-Tagebuch wesentlich leichter gefallen eine gewisse Struktur für mich selbst zu finden und das Tagebuch schreiben fest in meinen Alltag zu integrieren. Es wurde zur Gewohnheit. 

Struktur

Der Aufbau des 6-Minuten-Tagebuchs gefällt mir alles in allem sehr gut. Die ersten 70 Seiten Einleitung sind interessant und verleiten auch später, nach dem ersten Durchlesen, immer mal wieder zum Zurückblättern und erneuten Stöbern. Die Informationen darin sind gut aufbereitet und passen zu dem Gesamtkonzept. Die täglichen Tagebuchseiten sind einfach aufgebaut und erfüllen ihr Versprechen, dass man sie in sechs Minuten gut ausfüllen kann. Zeitlich ist das Buch nicht festgelegt, was es dem Käufer ermöglicht jederzeit mit dem Tagebuch schreiben anzufangen. Problematisch fand ich hier nach einigen Wochen Nutzung lediglich, dass es immer wieder dieselben Fragen waren. Vor allem im Bezug auf die Dankbarkeit habe ich mich am Ende dabei ertappt, wie ich immer wieder dieselben Antworten gegeben habe. Vielleicht ist das aber auch darin verschuldet, dass ich noch mehr an meiner Achtsamkeit arbeiten muss. Schön fand ich hingegen die Zitate oder wöchentlichen Herausforderungen, die sich auf allen täglichen Ausfüllseiten wiedergefunden haben und einem immer neue Inspiration und Motivation gegeben haben.

Eine schöne Abwechslung waren deshalb umso mehr die wöchentlichen Fragen und Notizen. Nach Abschluss jeder Woche musste ich fünf Fragen beantworten, die mich teilweise wirklich einiges an Überlegungen gekostet haben. Es war schwer, doch es war vor allem auch hilfreich, um meine Werte besser hervorzuheben und meine eigenen Gefühle und Gedanken besser zu verstehen. Auch bot das Buch mir für jede Woche Platz für wöchentliche Notizen. Ähnlich zu dem wöchentlichen Recap bietet einem das Buch einen Monats-Check. Der Monats-Check besteht aus bestimmten Lebensaspekten (z.B. Dankbarkeit, Freunde, Familie, Spaß, gesund essen, Sport, Kreativität, Finanzen oder Die Gegenwart), die man auf einer Skala von 1-10 bewerten kann. Hinzu kommt ein Gewohnheitstracker, den man ausfüllen kann. Neben den Seiten zur Anwendung ist das Tagebuch gegliedert in über gute 33 Notizseiten für Gedanken zwischendurch.

Aufmachung des Tagebuchs

Schlussendlich ist die Verarbeitung des Buches zu erwähnen. Ich habe das Tagebuch in den Händen gehalten und noch nie ein solches Material zuvor bei einem Buch gefühlt. Das Buch ist gebunden, doch das Cover besteht aus französischen Leinen als Material, was das Buch vollkommen vegan macht. Jeder Schritt in Richtung Achtsamkeit und Umweltbewusstsein ist ein Schritt in die richtige Richtung. Obwohl ich mich erst an die ungewohnte Haptik gewöhnen musste, weiß ich das Material bisher sehr zu schätzen. Das Buch ist durch die Leinen recht robust, aber auch ein wenig Schmutz anfälliger, was mir beim morgendlichen Frühstück besonders aufgefallen ist. Praktisch finde ich auch die Froschtasche ganz hinten im Buch, in der man Zettel, Notizen oder Post-Its gut verstauen kann.

Mein Fazit: Das 6-Minuten-Tagebuch

Wie Leser meines Blogs wissen, gehöre ich der Bullet Journaling Community an. Das bedeutet, ich schätze den Freiraum in Büchern sehr, tobe mich gerne kreativ aus und kann mich nur in seltenen Ausnahmen mit vorgedruckten Feldern und Linien abfinden. Aus diesem Grund ist es mir anfangs sehr schwer gefallen, mich täglich denselben Fragen zu stellen und wenig Notizseiten zur freien Entfaltung zu haben. Das hat mir in dem 6-Minuten-Tagebuch anfänglich gefehlt.

Auf der anderen Seite ist genau das der Sinn des Buches: Selbstreflexion und Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit. Dafür ist es wichtig, immer wieder in sich zu kehren und die wichtigsten Aspekte seines Lebens zu reflektieren. Das mag anfänglich schwer sein, doch das Buch ist schön aufgemacht und möchte einem dabei helfen. Das Tagebuch frisst wenig Zeit, ist praktisch in der Aufmachung und im Design und lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Damit erfüllt das Tagebuch seinen Zweck und es dürfte selbst Tagebuch-Anfängern leicht fallen, mit diesem Buch eine Routine zu entwickeln.

Ich werde das 6-Minuten-Tagebuch auch in den nächsten Wochen noch intensiv weiter nutzen und bin von dem Konzept bisher sehr überzeugt. Besonders in den letzten Wochen hat sich mein Leben um 180 Grad gedreht und es tut gut, seine Gedanken in Schriftform zu sortieren. Eines Tages hoffe ich, dass ich auf diese Tagebuchseiten zurückblicken werde und mir dann dabei denken kann: Was für ein verrückter Sommer. Bis dahin möchte ich weiter an mir selbst arbeiten und das 6-Minuten-Tagebuch ist dabei eine große Unterstützung.

Bewertung nach der nonsensente-Bewertungsskala:

Positiv Negativ

8
Sehr gut!

Struktur – 9
Aufmachung – 8
Funktionalität – 9
Alltagstauglichkeit – 8

  • Interessante und bildende Einleitung zur Selbstfindung
  • Einfaches Prinzip, das sich gut in den Alltag integrieren lässt
  • Attraktives, minimalistisches Design
  • Wöchentliche Fragen und Notizen
  • Monats-Check zur Selbstreflexion
  • Zwei Lesezeichen zur einfachen Orientierung zwischen den Seiten
  • Besondere Bindung durch veganes Material aus Leinen
  • Wöchentliche Fragen, die sich wöchentlich ändern und auf die inneren Werte abzielen
  • Zu wenig leere Notizseiten für die freie Entfaltung
  • Wenig Abwechslung bei den täglichen Fragen (welche zu teils immer denselben Antworten, durch zu kurze Zeitabstände meinerseits, geführt haben) – Anmerkung: Vom Aufbau absolut ist das zur Persönlichkeitsentwicklung logisch und sinnvoll, hat mir dadurch jedoch das Schreiben gelegentlich erschwert
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