Keine Zeit zum Lesen? Unsinn!

Keine Zeit zum Lesen? Unsinn!

Manchmal kommt es mir vor, als wäre das Lesen von Büchern ein Luxusgut. Viele Menschen behaupten, sie kämen das ganze Jahr über nicht zum Lesen. Erst im Sommerurlaub, wenn man auf der Liege auf Mallorca liegt, schafft man es dann endlich, ein Urlaubsbuch aufzuschlagen. Bücher lesen bedeutet demnach Entspannung, endlich mal abschalten, nach einem stressigen Jahr. Doch mal ehrlich. Ist es wirklich die Zeit, die fehlt?

Ich halte die Aussage “Keine Zeit zum Lesen zu haben” für Unsinn. Es fehlt nicht die Zeit, sondern die Gewohnheit.

Viel Zeit in unserem Alltag verbringen wir damit, auf Nachrichten zu antworten, uns Videos oder Serien anzusehen oder zum Sport zu gehen. Sport ist gesund, soziale Kontakte sind wichtig. Doch auch das Lesen trägt einen maßgeblichen Teil zu unserer psychischen Gesundheit bei. Es ist beispielsweise wesentlich gesünder, wenn man kurz vorm schlafen gehen abends ein Buch in die Hände nimmt, statt eine neue Netflix Serie zu starten.

Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, die sagen, dass sie keine Zeit zum Lesen haben.

Das Schulsystem und der Lesedruck

Es ist wenig verwunderlich, dass viele Menschen lieber Fernsehen schauen, statt ein Buch zu lesen. Schließlich bekommen wir schon im jungen Alter, als Schüler, eingetrichtert, dass das Lesen von Büchern mit Arbeit verbunden ist und sich nur lohnt, wenn man am Ende eine Belohnung in Form einer guten Schulnote erhält. Wir müssen Bücher, die uns nicht interessieren, als Hausaufgaben lesen und schreiben Klausuren darüber. Dabei wird oft ignoriert, dass sich der Buchgeschmack bei allen Menschen unterscheidet. Wir müssen die gelesenen Bücher bis ins bitterste analysieren und darüber philosophieren. Am Ende zählt aber dann trotzdem nur eine Interpretation: Die vom Lehrer. Ausnahmen bestätigen natürlich auch hier die Regel.

Dieses Leseverhalten führt jedoch dazu, dass wir auch im Erwachsenenalter das Bücher lesen noch mit einer lästigen Arbeit assozieren. Nur, dass im Erwachsenenalter die Belohnung weg fällt. Schließlich haben wir als Schüler noch Anerkennung für eine besonders sachliche Wiedergabe in Form einer guten Note bekommen. Heutzutage bekommen wir für das Lesen nichts zurück. – Meinen wir. Dass das nicht wahr ist, liegt natürlich auf der Hand.

Die meisten Menschen haben in ihrer frühen Kindheit sehr gerne und auch viel gelesen. Erst im Laufe des Lebens und mit zunehmenden Alter hat dieses Verhalten dann oft nachgelassen. Plötzlich hat man keine Zeit zum Lesen mehr. Im Grunde haben wir aber nur verlernt, wie es geht.

Mit diesen Tipps hast du wieder mehr Zeit zum Lesen

Ein Tag hat 24 Stunden. Das mag für den einen nach viel, für den anderen nach wenig klingen. Doch hat man in dieser Zeitspanne wirklich keine Zeit? An einem gewöhnlichen Wochentag verbringen die meisten Menschen rund 9 Stunden auf der Arbeit und vielleicht eine Stunde auf dem Weg nach Hause und wieder zurück. 8 Stunden am Tag verbringen wir damit zu schlafen. Damit bleiben noch gute 6 Stunden pro Tag übrig. Selbst wenn wir eine Stunde mit dem Kochen verbringen oder zum Sport gehen, haben wir meistens noch 3-4 Stunden Zeit übrig, die wir frei füllen können. Von den Wochenenden gar nicht zu sprechen. Das ist vielleicht nicht viel, doch das kann wertvoll sein.

Natürlich ist es schwierig mit einem Hobby zu starten, das man vielleicht Jahre lang nicht mehr ausprobiert hat. Doch genauso wie wir es uns zur Gewohnheit gemacht haben, morgens zu frühstücken oder regelmäßig zum Sport zu gehen, kann man auch das Bücher lesen wieder in seinen Alltag integrieren. Dafür habe ich fünf Tipps für dich zusammen gestellt.

1. Lesen ist Gewohnheitssache

Es ist kein Geheimnis, dass der Mensch ein Gewohnheitstier ist. Wir brauchen unsere Muster und Raster und unsere Gewohnheiten, um uns möglichst gut durch den Alltag manövrieren zu können. Wenn du dir ab sofort vornimmst, jeden Abend im Bett zumindest 10 Minuten ein Buch aufzuschlagen und dieses Vorhaben drei Wochen durchsetzt, wird das Lesen auf einmal zur Gewohnheit werden. Du wirst nie wieder sagen, dass du keine Zeit zum lesen hast. Plötzlich wirst du sogar anfangen, noch länger und noch mehr zu lesen.

2. Nutze jede freie Minute

Und wir haben viele freie Minuten! Vorhin habe ich für dich ausgerechnet, wie viele Stunden am Tag übrig bleiben, wenn man zur Arbeit geht oder Zeit im Auto oder unterwegs verbringt. Doch diese Zeit ist keine Zeit, die zwangsläufig weg fällt. Du kannst Bücher im Bus oder im Zug lesen, deine Mittagspause zum Lesen nutzen oder auch, während deine Suppe auf dem Herd köchelt, ein Buch aufschlagen, bis du den Topf vom Herd nehmen musst. Wenn du auf Freunde wartest, hast du ebenfalls Zeit zum Lesen.a>

3. Eliminiere alle Ablenkungen

Gerade dann, wenn du viele Jahre lang keine Bücher gelesen hast, ist es sehr schwer, dich wieder lange auf ein paar Wörter auf dem Papier zu konzentrieren. Plötzlich ist das Handy, das aufblinkt oder die Musik, die du dir im Hintergrund angemacht hast, doch wieder viel interessanter. Ich kann dich verstehen. Doch das ist keine Ausrede und schon lange kein Grund zu sagen, dass du keine Zeit zum Lesen hast. Kann die eine Whatsapp Nachricht wirklich keine zehn Minuten mehr warten? Versuche für deine Leseeinheiten alle Ablenkungen aus dem Weg zu räumen. Das bewirkt Wunder.

4. Erschaffe deine eigene Bibliothek

Wie heißt es doch so schön?

»Ein Haus ohne Bücher ist arm, auch wenn schöne Teppiche seinen Böden und kostbare Tapeten und Bilder die Wände bedecken.« – von Hermann Hesse

Bücher haben eine beruhigende Wirkung auf uns. Es ist ein schönes Gefühl, Bücher um sich herum zu haben. Besonders dann, wenn man diese Bücher auch gelesen hat. Deshalb fange an, dir nach und nach deine eigene, kleine Privatbibliothek aufzubauen. Mit der Zeit wird es dir immer mehr Spaß machen, sie mit Büchern zu füllen und diese dann auch zu lesen. Sieh es als Investition in deinen Geist und dein Eigentum gleichermaßen an.

5. Zwinge dich zu nichts!

Diesen Tipp finde ich persönlich am Wichtigsten. Du wirst niemals damit anfangen, gerne zu lesen, wenn du es als Pflicht ansiehst. Lesen soll kein Zwang sein, sondern ein Hobby. Alles andere haben wir schon zur Genüge in unserer Schulzeit durchgemacht. Wenn du weiter damit machst, Lesen als Last zu empfinden, wird es dir immer schwer fallen, die Zeit in deinen Alltag einzubauen. Wenn du Lust zum Lesen hast, dann lies. Wenn nicht, dann lass es. Es ist dein Leben. Vielleicht hast du bisher auch einfach noch nicht das richtige Genre für dich gefunden.

Jeder hat Zeit zum Lesen, nur will es nicht jeder

Ich bin fest davon überzeugt, dass auch du genug Zeit zum Lesen hast. Du weißt es nur noch nicht. Wenn dir meine Tipps noch nicht geholfen haben, dann empfehle ich dir stark, dir den Blogartikel von Kielfeder dazu auch noch durchzulesen. Wie viel liest du in deinem Alltag? Bist du damit zufrieden?

Hinter nonsensente stecke ich, Sarah. Seit dem Jahr 2015 bin ich Bloggerin. Ich schreibe auf meinem Blog über Dinge, Welten und Menschen. Kurzum über alles, was mich bewegt. Als Pixelfreundin bin ich in der bunten Welt der Medien aufgewachsen. Besonders gerne befasse ich mich heute mit Literatur aus den Bereichen Fantasy, Sci-Fi und Crime.

2 Kommentare

  1. 2. Oktober 2018 / 22:57

    Liebe Sarah,
    der Artikel gefällt mir richtig gut 🙂
    Wie du schon sagst, Keine Zeit zum Lesen zu haben ist Unsinn.
    Oft höre ich genau das von meinen Arbeitskollegen*innen, darauf sage ich dann, dass ich ja auch nicht mehr Stunden zur Verfügung habe, mir aber einfach das Lesen oft als Priorität setze. Und meist heißt es dann: stimmt, ich habe nicht zu wenig Zeit, ich NEHME sie mir nicht.
    Das Lesen zur Routine werden zu lassen finde ich dabei fast am effektivsten, schließlich ist es dann einfach normal, zB abends ne Stunde zu lesen, statt TV zu gucken oder so. Das mit den Ablenkungen ist bei mir echt schlimm. Ich merke selber, dass mich mein Handy total ablenkt, ich muss es am besten immer ganz weit weg legen.
    An freien Wochenenden schaue ich, dass ich die meiste Zeit mit dem Lesen verbringe, denn es entspannt mich auch einfach total, vor allem in Kombination mit Naschkram, Kerzen, Kaminfeuer und guter Musik. Ist also irgendwie eine Belohnung.

    Liebe Grüße,
    Nicci

    • Sarah
      Autor
      10. Oktober 2018 / 20:07

      Liebe Nicci,

      ich bin da total bei dir! Ich finde auch, dass Lesen eine Belohnung ist und es immer so schade, wenn Leute das nicht verstehen. Ich habe auch oft einfach das Gefühl, dass die Leute, die nicht gerne lesen oder keine Zeit dafür haben (angeblich), einfach noch nicht das richtige Genre/ den richtigen Autoren für sich entdeckt haben. Leider lassen sich nur wenige Menschen in dieser Hinsicht eines Besseren belehren.

      Liebe Grüße

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