Ein Buch veröffentlichen: Verlag vs. Self-Publishing

Ein Buch veröffentlichen: Verlag vs. Self-Publishing

Ob Self-Publishing, Verlag, Agentur oder Direktbewerbung: Es führen viele Wege zum eigenen Buch. Ein Buch zu schreiben ist keine einfache Angelegenheit, es an die Verkaufsstände zu bringen erst recht nicht. Doch welche Methode ist in der heutigen Zeit die beste? Sowohl die Verlegung eines Buches durch einen Verlag wie auch über eine Self-Publishing Plattform bringen einige Vorteile und einige Nachteile mit sich, die ich analysieren möchte. Was ist besser? Verlag vs. Self-Publishing!

Was macht ein Buchverlag?

Bei einem Buchverlag handelt es sich oft um mittelständische Unternehmen, die Druckwerke verschiedenster Arten herstellen. Verlage kümmern sich darum, Rechte mit Autoren zu vereinbaren, Werbung und Vertrieb zu schalten und Bücher zu lektorieren, zu gestalten, zu editieren und zu veröffentlichen. Viele Buchverlage haben neben Büchern auch noch Kalender, Karten, Hörbücher, CDs oder DVDs in ihrem Programm. Einige Buchverlage sind auch Teil von Verlagsgruppen. So gut wie alle Verlage richten sich jedoch auf bestimmte Bücher Genre aus, wie zum Beispiel Belletristik, Sachbücher, Kinder- und Jugendbücher, Humor- und Geschenkbücher oder Schulbücher.

Die meisten Verlage jedoch haben ihre Exklusivität in den letzten Jahren etwas verloren, da, mit dem Internet, die Verbreitung von Informationen um einiges einfacher und komfortabler geworden ist. Das war auch der Startschuss für das Wachstum von E-Book und Self-Publishing, welche oftmals auch Hand in Hand gehen.

Was bedeutet Self-Publishing?

Beim Self-Publishing handelt es sich um den Eigen- oder Selbstverlag. Wie der Name schon sagt, veröffentlichen Autoren beim Self-Publishing ihre Bücher ohne Buchverlag, sondern bringen ihre Bücher selbstständig auf den Markt. Es gibt viele verschiedene Self-Publishing Plattformen im Internet, jedoch gibt es auch die Möglichkeit, ohne großes Druckwerk ein Buch zu veröffentlichen. Mit dieser Selbstständigkeit folgen einige Vorteile und einige Nachteile. Self-Publishing bedeutet nämlich auch, dass sämtliche Prozesse eines Buchverlages eigenständig übernommen werden müssen und der gesamte Buchherstellungsprozess von einer Person getragen werden muss. Dazu gehören beispielsweise die Covergestaltung, das Marketing und der Vertrieb. Dadurch entstehen zwar viele Freiheiten, doch auch viel Arbeit.

Unterschiede: Verlag vs. Self-Publishing

Einen Buchverlag zu finden, der das eigene Buch veröffentlichen möchte, kann sich als schwierig herausstellen. Insbesondere Autoren die vor ihrem Debütroman stehen, haben oft das Problem, dass große Verlage sie nicht mit aufnehmen möchten. Das hat einige Gründe: Denn wenn beim Self-Publishing der Autor das finanzielle Risiko trägt, trägt bei einem Debütroman von einem unbekannten Autoren der Verlag das volle Risiko. Auch Buchverlage sind wirtschaftliche Unternehmen, die gerne schwarze Zahlen schreiben wollen. Die Gefahr, dass sich ein Buch von einem unbekannten Autoren nicht verkauft, ist sehr groß. Die Unterschiede beim Verlag vs. Self-Publishing beginnen also schon im Vorentscheid.

Vorteile der Varianten

Buchverlag Self-Publishing
  • Professionelles Marketing
  • Professioneller Vertrieb
  • Professionelles Lektorat
  • Professionelle Gestaltung
  • Viel Unterstützung & Input
  • Hohe Reichweite & Leserbindung
  • Gutes Image
  • Keine Wartezeiten
  • Kreative Freiheit
  • Hohes Autorenhonorar (bis zu 70% des Nettoerlöses)
  • Flexibilität
  • Absolute Kontrolle
  • Behalten sämtlicher Rechte
  • Unbegrenzte Auflagen
  • Veröffentlichung jederzeit möglich

Nachteile der Varianten

Buchverlag Self-Publishing
  • Einschränkungen der Kreativität
  • Abgabe einiger Rechte
  • Eingeschränktes Mitspracherecht
  • Geringeres Autorenhonorar (bis zu 25% des Nettoerlöses)
  • Limitierte Auflagen
  • Oft viele Absagen für das eigene Manuskript
  • Lange Dauer bis zur Veröffentlichung
  • Hohes finanzielles Risiko
  • Hohe Kosten
  • Kein Vorschuss
  • Sehr viel Arbeit durch viele zusätzliche Aufgaben
  • Negatives Stigma/ Image
  • Kaum eine Chance auf Buchhandlungen

Ob man sich also für einen Verlag oder die Self-Publishing Variante entscheidet sollte gut überlegt sein. Oft erwarten einen jungen Autoren viele Absagen, bis ein Verlag einen Self-Publisher aufnimmt. Wenn man sein Buch jedoch selber verlegen möchte, ist dies jederzeit und ohne lange Retouren möglich. Doch auch die Kosten spielen bei dieser Entscheidung eine große Rolle: Je nachdem, wie viel technisches und gestalterisches Geschick ein Autor verfügt, können die Kosten beim Self-Publishing für eine seriöse Veröffentlichung zwischen 500€ und 2.000€ für Lektorat, Satz, Cover, Marketing und vieles mehr liegen.

Ein Buch erfolgreich vermarkten

Wer sich gegen einen Verlag und für das Self-Publishing entscheidet, der steht vor einigen schwierigen Entscheidungen. Denn neben einer wirklich guten Handlung, tollen Charakteren und einem stimmigen Design spielt auch die Vermarktung eine essentielle Rolle wenn es um den Erfolg geht. Die meisten Verlage beherrschen diese Vermarktung beinahe blind. Dazu zählen viele verschiedene Erfolgsindikatoren, die die Entscheidung Verlag vs. Self-Publishing beeinflussen sollten. Autoren sollten ein Händchen für folgende Punkte haben:

  • Den Markt sowie Bedürfnisse, Bedarf und Nachfrage
  • Die Gestaltung und ein Gefühl für Ästhethik
  • Schreibstil, Lesegeschmack und Leseerwartungen
  • Die richtige Zielgruppe mit ihren Vorlieben
  • Eine eigene Selbstreflexion und ein Image
  • Die richtige Social Media Betreuung
  • Ein solides Know-How in der Bücherbranche

Wenn diese Kriterien nicht erfüllt werden können, dann stehen die Chancen schlecht, dass aus dem Self-Publishing Buch auch ein Erfolg wird. Buchverlage unterstützen frischgebackene Autoren nämlich in diesen Punkten. Denn auch wenn Autoren sich selbst als Künstler sehen (und das zu Recht!) ist ein Blick über den Tellerrand notwendig, wenn aus dem eigenen Buch auch ein Erfolg werden soll. Auch ein gutes Marketing und ein guter Vertrieb sind eine Kunst. Das beste Buch der Welt nutzt schließlich niemandem etwas, wenn es niemand finden oder kaufen kann.

Große Self-Publishing Irrtümer

Auch wenn das Self-Publishing im Vergleich zum Verlag durch ein professionelles Verlagswesen um einiges mehr Aufwand und Kosten bedeutet, gibt es auch einige Vorurteile und Irrtümer im Bezug auf Self-Publishing Plattformen, die einfach nicht wahr sind und die dringend aus dem Weg geräumt werden sollten. Beispielsweise werden Self-Publishing Autoren oft belächelt, weil viele Menschen und Buchliebhaber annehmen, dass SP-Autoren Autoren sind, die es nicht zu einem Verlag geschafft haben. Dabei entscheiden sich viele Autoren bewusst für das Self-Publishing, basierend auf den oben genannten Gründen. Auch wird häufig davon ausgegangen, dass es sich bei E-Books um Self-Publishing Bücher handelt. Doch auch diese Aussage ist nicht richtig. Großen Verlagen ist die Relevanz des Internets und von mobilen Endgeräten durchaus bewusst, weshalb sich auch viele Buchverlage auf E-Books spezialisiert haben und sie über ihre Vertriebs- und Marketingkanäle exklusiv veröffentlichen.

Das größte Irrtum ist jedoch, dass nur Bücher aus dem Traditional-Publishing für Bestseller-Listen berücksichtigt werden. Viele Menschen vergessen dabei aber, dass es sich bei Bestseller Listen um Listen handelt, die Bücher aufführen, die sich am besten verkauft haben, nicht zwangsläufig um die, die am besten geschrieben wurden. Das bedeutet, bei einem guten Eigenmarketing können auch SP Bücher auf Bestseller Listen landen. Es ist nur schwieriger zu erreichen, da Buchverlage ein weitaus größeres Vertriebsnetz haben, das dafür sorgt, dass mehr Bücher in kürzerer Zeit verkauft werden können.

Fazit: Was ist besser?

Wofür sollten sich also angehende Autoren entscheiden, wenn es um die Veröffentlichung des eigenen Buches geht? Diese Entscheidung kann definitiv nicht global beantwortet werden, da sie von den individuellen finanziellen und zeitlichen Mitteln abhängt. Sollte jedoch ein Buchverlag das Manuskript abgelehnt haben, heißt das bei Weitem nicht, dass das Buch keine Chance auf einen Verkauf hat. Wer wirklich davon träumt, ein Buch zu veröffentlichen, der wird es auf jeden auch schaffen.

Beitragsbild: © Free-Photos – pixabay.com

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