Was ist ein Exposé beim Buch?

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Wer ein Buch nicht nur schreiben, sondern auch veröffentlichen möchte, der wird sich früher oder später auf die Suche nach einem Verlag begeben. Doch einfach nur sein Buch dorthin schicken, das funktioniert schon lange nicht mehr. Ein Buch veröffentlichen benötigt viel Zeit und auch Wissen. Neben einem Manuskript gehört auch ein Exposé unbedingt zu den Unterlagen, die man seinem Traumverlag zukommen lassen sollte.

Was ist ein Exposé?

Doch was ist dieses Exposé eigentlich und welche Inhalte gehören da rein? Bevor ich dir erkläre, was ein Exposé ist, sage ich dir, was es nicht ist: Ein Exposé ist keine reine Inhaltsangabe. Die Inhaltsangabe sollte zwar unbedingt ein Teil des Exposés sein, doch zu einem richtigen Exposé gehört um einiges mehr:

Ein Exposé oder Exposee ist eine vorausschauende Inhaltsangabe eines literarischen Werks; es soll die Grundidee und den groben Handlungsverlauf vorstellen. Es ist meist nur einige Seiten lang und enthält weder Dialoge noch Einzelheiten. Es skizziert die Hauptfiguren oder gibt die thematische Grundlinie eines Buchs wieder. Exposés spielen im Verlagswesen eine große Rolle. Ein Verlag lässt sich von einem Autor das Exposé eines Romans vorlegen, um zu entscheiden, ob der Roman in die Planung aufgenommen werden soll. Ein Exposé beschreibt darum meist Inhalt und Hauptidee eines Werks, das noch nicht existiert. – Wikipedia

Die Inhalte eines Exposés

In dieses Schriftstück gehören demnach verschiedene Elemente. Zum einen müssen in einem Exposé die Idee, die Charaktere und die Handlung des Buches präzise erläutert werden. Das hilft dem Lektoren dabei, das Buch besser einzuschätzen. Ein überzeugendes Exposé kann also dafür sorgen, dass dein Buch eher verlegt wird. Jeder Verlag hat hier so ein wenig seine eigenen Vorstellung. Deshalb schadet es nicht, wenn du dir die Verlags-eigenen Anforderungen dazu noch einmal durchliest. Grundsätzlich gilt jedoch folgendes:

  • Name, Adresse, Kontaktinformationen
  • Arbeitstitel
  • Pseudonym
  • Genre
  • Umfang
  • Zielgruppe
  • Erzählstimme/Atmosphäre
  • Perspektive
  • Abstrakt (Ein-Satz-Zusammenfassung)
  • Inhaltsangabe (eine Normseite)
  • Hauptfiguren & Charakterentwicklung

Insbesondere deine Kontaktdaten solltest du auf jeder Unterseite deines Exposés festhalten. Stell dir mal vor, dein Lektorat hat das Fenster offen, der Wind weht einige Seiten heraus und draußen sammelt es zufällig ein anderer Lektor auf. Er liest nur Seite 3, doch die gefällt ihm so gut, dass er dich direkt unter Vertrag nehmen möchte. Wie sollte er das, wenn er nicht weiß, wer du bist?

Wo wir gerade schon bei Lektoren sind. Denke daran: Ein Verlag ist ein Betrieb. Auch hier hat jeder seine eigenen Zuständigkeiten. Die meisten Verlage vertreiben Bücher unterschiedlicher Genre. Mit dem Exposé sorgst du dafür, dass das Buch direkt auf dem richtigen Tisch landet. Denn der Verlag deines Genres, kennt sich am besten aus. Bücher sollen verkauft werden, deshalb muss alles sitzen.

Fragen, die du dir stellen solltest

  1. Wie heißt dein Roman?
  2. Wie viele Normseiten umfasst dein Manuskript?
  3. Für wen schreibst du das Buch? (Zielgruppe)
  4. Was ist die Haupthandlung?

Wenn du diese Fragen beantworten kannst, kannst du auch dein Exposé schreiben. Lass uns nun gemeinsam die wichtigsten Inhalte durchgehen.

1. Über dich und dein Buch

Im Grunde ist dein Exposé eine Art Bewerbung; nur eben nicht für einen Job, sondern für dein Buch. Deshalb solltest du dich gut verkaufen und ehrlich mit dir sein. Gebe deinem Wunschverlag deine persönlichen Daten wie Name, Adresse und Kontaktinformationen. Wenn du unter einem Pseudonym verlegt werden möchtest, dann gebe das am besten direkt mit an. Auch den vorläufigen Arbeitstitel deines Buches solltest du eingangs erwähnen.

Was du außerdem am Anfang heraus arbeiten solltest, sind das Genre, der Umfang, die Zielgruppe, die Erzählstimme/Atmosphäre und die Perspektive deiner Geschichte. Liste all diese Punkte nacheinander auf, damit es dem Lektoren leicht fällt, sich ein Bild von deinem Buch zu machen.

2. Abstrakt & Inhaltsangabe

Während der erste Teil vielleicht noch einfach war, geht es nun ans Eingemachte. Erzähle dem Leser von deiner Geschichte – und das in gerade einmal einem Satz. Wenn du nicht weißt, wie du dein Buch in gerade einmal einen Satz packen sollst, kann dir vielleicht die Schneeflockenmethode dabei helfen. Sollte es einfach nicht möglich sein, dein Buch in einen Satz zu packen, haben viele Verlage, wie z.B. Carlsen, eine Toleranzgrenze von 3-5 Sätzen.

Danach kannst du eine Inhaltsangabe schreiben. Diese darf etwas umfassender sein und sollte ca. eine Normseite (rund 250 Wörter) füllen. Hierbei startest du mit dem Hauptkonflikt. Deine Inhaltsangabe sollte den Aufbau Anfang – Mitte – Ende haben, also Zentraler Konflikt – Krise/Höhepunkt – Auflösung. Hier geht es um die reinen Fakten. Cliffhanger und Spannungsbögen haben hier nichts verloren.

Kristina Langenbuch vom Carlsen Verlag schreibt dazu folgendes:

Es ist immer schwierig, den eigenen Roman, der ja wahrscheinlich mehrere hundert Seiten lang ist, auf wenige Sätze und Seiten einzudampfen. Nimm Dir auf jeden Fall Zeit dafür! Und schreib ruhig mehrere verschiedene Versionen, um zu sehen, welche am besten funktioniert. Dein Ziel sollte es sein, dass der Leser oder die Leserin des Exposés am Ende eine gute Vorstellung davon hat, was in Deinem Buch passiert, wie lang es ist und vor allem natürlich, ob er oder sie Lust hätte, es zu lesen.

3. Deine Charaktere

Einen Roman machen seine Charaktere erst richtig lebendig. Du solltest in deinem Exposé deinen zukünftigen Lektoren davon überzeugen, dass deine Charaktere lebendig sind, interessant und sich im Laufe deiner Geschichte weiter entwickeln. Liste auf, wie deine Charaktere heißen, welche Charaktereigenschaften sie haben, wie alt sie sind, in welchen Verhältnissen sie leben, was für Verwandte sie haben und wie sie sich im Laufe deines Buches verändern.

Wie schreibe ich ein Exposé? – Formatierung

Auch sprachlich gibt es bei einem Exposé so einiges zu berücksichtigen. Denke daran, dass das Exposé das Erste sein wird, was dein Lektor von dir lesen wird. Wenn dein Exposé schon nicht überzeugt, dann wird es dein Buch erst recht nicht. Es geht außerdem an dieser Stelle nicht darum, Spannung aufzubauen, sondern deine Geschichte so präzise wie möglich in allen Aspekten abzureißen. Folgendes ist zu beachten:

  • Keine Dialoge
  • Sachliche statt literarische Sprache
  • 3. Person Präsenz
  • Auf das Wesentliche beschränken
  • Keine literarische Analyse

Damit dir die Formatierung ein wenig leichter fällt, habe ich ein Muster als Vorlage für Word angefertig, die du hier einfach kostenlos downloaden kannst. Natürlich freue ich mich in dem Fall sehr, wenn du es mich über die Kommentare wissen lässt:

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Exposé beim Verlag einreichen

Wenn du jetzt glaubst, dass du alles geschafft hast, sobald das letzte Wort in deinem Exposé getippt wurde, dann muss ich dich leider enttäuschen. Denn mindestens genauso wichtig wie das Verfassen deines Exposés ist die richtige Recherche vor dem Absenden. Denn jeder Verlag hat seine eigenen Vorstellungen von einer Kontaktaufnahme. Besuche dafür am besten einfach die Internetseite deines Wunschverlages und frage einfach einmal an, an wen du dein Manuskript samt Anschreiben, Exposé und Vita schicken sollst. Manche Agenturen haben sich auch darauf spezialisiert, einen Erstkontakt herzustellen. Während früher Buchbewerbungen vor allem postalisch versendet wurden, denken mittlerweile immer mehr Verlage auch an die Umwelt und wünschen sich deshalb eine Bewerbung via E-Mail.

Buch beim Verlag einreichen

Neben dem Exposé gehören noch einige andere Elemente zu einer guten Bewerbung bei einem Verlag. Auch hier hat jeder Verlag seine eigenen Vorstellungen. Auch macht es einen Unterschied, ob es sich um dein Erstlingswerk handelt oder ob du bereits bei einem anderen Verlag Bücher verlegen hast lassen. Folgende Informationen sollten jedoch in den meisten Fällen nicht fehlen:

  1. Anschreiben
  2. Exposé
  3. Leseprobe
  4. Autorenvita
  5. Liste bisheriger Veröffentlichungen

Wie du die anderen Elemente am Besten verfasst, kannst du dir in meinen Schribtipps durchlesen.

Beitragsbild: © rawpixel – pixabay.com

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1 Kommentar

  1. 15. März 2019 / 17:59

    Hi liebe Sarah 🙂

    danke für den schönen Einblick in die Welt der Schreiberlinge und natürlich das damit verbunden Exposé. Ich selbst habe nicht vor, ein Buch zu veröffentlichen, aber dennoch hat mir deine Erläuterung sehr gut gefallen. Gerade für Jungautoren wahrscheinlich sehr hilfreich. Ich für meinen Teil habe auf jeden Fall etwas dazu gelernt.
    Toller Beitrag! ♥

    Liebste Grüße, Stella

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