Buch Rezension: Die letzte Reise der Meerjungfrau von Imogen Gowar

Buch Rezension: Die letzte Reise der Meerjungfrau von Imogen Gowar

Sponsored Post. Ich bin ein großer Fan des Londons im 19. Jahrhundert. Die viktorianische Zeit gefällt mir persönlich sehr, weshalb ich auch sehr gerne Bücher über diese Zeit lese, auch wenn ihre Geschichten fiktional sind. Deshalb habe ich mich umso mehr über ein Rezensionsexemplar von Die letzte Reise der Meerjungfrau von der Bastei Lübbe gefreut.

Deutscher Titel Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde
Originaltitel The Mermaid and Mrs. Hancock
Genre Fantasy, Abenteuer
Autor Imogen Hermes Gowar
Übersetzer Angela Koonen
Altersempfehlung ab 14 Jahren
Bindung Gebundene Ausgabe
Umfang 560 Seiten
Erschienen März 2018
Verlag Bastei Lübbe
ISBN 978-3-431-04082-1

Inhalt: Die letzte Reise der Meerjungfrau

Die letzte Reise der Meerjungfrau erzählt die Geschichte von Jonah Hancock, einem simplen Mann, dessen Kapitän eines Tages eine Meerjungfrau aus Übersee mit nach London bringt. Dabei handelt es sich um eine Sensation, die die ganze Stadt in Aufruhr versetzt und in der Jonah seine große Chance sieht. Von einem Tag auf den anderen wird der, nicht sonderlich hübsche, Mann zu einem der edelsten, reichsten Männer der Stadt, der zu Partys in den obersten Kreisen der Gesellschaft eingeladen wird. Auch das Herz seiner Begehrten Angelica Neal scheint plötzlich zu erobern zu sein. Dafür verlangt sie lediglich eine eigene Meerjungfrau. Diesen Wunsch möchte er ihr natürlich erfüllen, doch auch bei Meerjungfrauen handelt es sich um Leben, die mit einem hohen Preis verbunden sind.

Klappentext: Wenn die feine Gesellschaft davon bezaubert ist und London davon bezaubert ist, wird es auch die ganze Welt sein. Es steht bereits fest: Die Meerjungfrau ist eine Sensation.

Bewertung – Erster Eindruck

Die gebundene Ausgabe des Romans macht einen sehr hochwertigen Eindruck. Das Buch kommt im Schutzumschlag und mit Lesebändchen an. Die Seiten sind dünn und eng bedruckt. Was einem als erstes auffällt, ist der sehr besondere Schreibstil der Autorin Imogen Gowar, an den man sich ohne Zweifel erst gewöhnen muss und den ich persönlich als anspruchsvoll einstufen würde, da die Sätze oft sehr lang sind und mit vielen Wörtern gearbeitet wird, die nicht in der einfachen Belletristik vorkommen. Hat man sich jedoch einmal daran gewöhnt, macht es wirklich Spaß in die Perspektive der Autorin einzutauchen und die Geschehenisse im viktorianischen London zu beobachten, das, meiner Meinung nach, perfekt getroffen wurde.

Die Charaktere

Obwohl die Geschichte im wesentlichen von den Erlebnissen von Jonah Hancock erzählt, ist er ein eher unscheinbarer und unsicherer Geselle. Diese Charaktermerkmale finden sich auch in den Erzählungen über ihn wieder und passen zu der Figur. Viel spannender in Die letzte Reise der Meerjungfrau ist die Perspektive der Frauen. Im Grunde alle Frauen in der Geschichte wirken verwegen, mutig und voller Power und Selbstbewusstsein. Es macht Spaß, sich mit diesen Charakteren zu identifizieren. Dabei vergisst Gowar jedoch niemald die Rahmenbedingungen, die die Zeit in der Geschichte mit sich bringen. Frauen haben in der Zeit in London nicht so viel zu sagen für die Männer. Alle Handlungen und Gespräche sind authentisch und zeitgemäß. Dabei gehen die persönlichen Eigenschaften der Personen jedoch an keiner Stelle verloren.

Die Storyline und die Geschichte

Man merkt der Geschichte an, dass die Autorin Archöologie, Anthropologie und Kunstgeschichte studiert hat und dementsprechend in verschiedenen Museen gearbeitet hat. Sie kann die Atmosphäre und die Hintergründe perfekt in Szene setzen. Man spürt, wie viel Recherchearbeit in jeder Zeile und wie viel Liebe in jedem Wort steckt, denn Imogen Gowar schreibt in einem sehr speziellen Stil, der zwar anspruchsvoll, aber auch verträumt daher kommt. Es bleibt genug Platz für seine eigene Gedanken und Vorstellungen. Im Gegensatz zu dem Klappentext allerdings, der dem Leser jede Menge “unerwartetes” verspricht, sind die meisten Geschehnisse in dem Buch nicht gerade unerwartet, was allerdings nicht bedeutet, dass sie langweilig wären. Nichts desto trotz handelt es sich, vom Erzähltempo her, um ein eher ruhiges Buch, das nicht als Taschenlektüre verstanden werden darf.

Gerade Fans von der Meerjungfrauen Thematik sei jedoch gesagt, dass es sich bei diesen Wesen in Die letzte Reise der Meerjungfrau um andere Figuren handelt, als man sie bislang aus Geschichten und Märchen gewohnt ist. Das bedeutet, dass die Meerjungfrau hier anders aussieht und auch anders spricht, als man es bislang gewohnt ist. Gerade das macht das Buch jedoch auch besonders und authentischer, da nicht versucht wird, alte Klischees wieder auszugraben, sondern weil etwas ganz neues geschaffen wurde. Ohnehin werden in dem Buch viel Kritik an der Gesellschaft geäußert, viele ethische Fragen aufgeworfen und der Leser wird mehrfach angeregt, sich auch mit schwierigeren Thematiken auseinander zu setzen.

Mein Fazit zum Romandebüt von Imogen Gowar

Bei Die letzte Reise der Meerjungfrau handelt es sich um einen außergewöhnlich starken Debütroman. Die Geschichte ist fesselnd, spannend und anspruchsvoll erzählt, macht aber dennoch Spaß zu lesen. Die Charaktere sind super ausgearbeitet und sehr unterschiedlich. Dieses Buch bringt frischen Wind in das Bücherregal und ich kann es aufrichtig jedem ans Herz legen, der sich für die Thematik begeistern kann. Dazu sagen muss ich jedoch auch, dass das Buch, aufgrund des Schreibstils, nichts für Zwischendurch ist, da es doch sehr anspruchsvoll zu lesen ist.

Bewertung nach der nonsensente-Bewertungsskala:

Positiv Negativ 8
Sehr gut!

Geschichte – 8
Spannung – 8
Anspruch – 9
Charaktere – 8

  • Schöne Darstellung des viktorianischen London
  • Starke weibliche Charaktere
  • Interessanter, lebendiger Schreibstil
  • Historisch korrekte Darstellung der Lebensumstände
  • Wirft viele gesellschaftskritische Fragen auf
  • Mit dem Klischee der Meerjungfrau wird aufgeräumt
  • Erwartungen durch den Klappentext werden nur begrenzt erfüllt
  • Sehr anspruchsvoll und mit Sicherheit nicht für jeden Leser-Typ geeignet
  • Gesamtnote in Sternen
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User Review
4.25 (4 votes)

Bildhintergrund: © Alexas_Fotos – pixabay.com

sarah-laurien-weiher

Hinter nonsensente stecke ich, Sarah. Seit dem Jahr 2015 bin ich Bloggerin. Ich schreibe auf meinem Blog über Dinge, Welten und Menschen. Kurzum über alles, was mich bewegt. Als Pixelfreundin bin ich in der bunten Welt der Medien aufgewachsen. Besonders gerne befasse ich mich heute mit Literatur aus den Bereichen Fantasy, Sci-Fi und Crime.

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