Buch Rezension: Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt von Nicholas Gannon

Buch Rezension: Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt von Nicholas Gannon

»Archer Helmsley ist ein Entdecker – genau wie seine Großeltern, die berühmten Naturforscher. Es gibt nur ein Problem: Seit Ralph und Rachel Helmsley vor zwei Jahren spurlos auf einem Eisberg verschwanden, lässt Archers Mutter ihn nicht mehr vor die Tür. Wie aber soll man in einem Haus voller ausgestopfter Tiere und todlangweiliger Dinner-Gäste jemals ein Abenteuer erleben? Archer braucht einen Plan!« Mit diesem Klappentext lockt Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt von Nicholas Gannon Kinder und Träumer in seine Welt. Ich selber habe mir das Buch insbesondere aufgrund seiner Illustrationen gekauft. Ob sich der Kauf gelohnt hat, möchte ich dir in dieser Rezension mitteilen.

Deutscher Titel Die höchst wundersame Reise zum Ende der Welt
Originaltitel The Doldrums
Genre Abenteuer
Autor Nicholas Gannon
Illustrator Nicholas Gannon
Übersetzer Harriet Fricke
Altersempfehlung ab 10 Jahren
Bindung Gebundene Ausgabe, Hardcover
Umfang 368 Seiten, 17 Kapitel
Erschienen 2016
Verlag Coppenrath Verlag
ISBN 978-3-649-61942-0

Inhalt

Das Buch, erschienen im Coppenrath Verlag, erzählt die Geschichte von Archer Helmsley, einem Jungen, dessen Großeltern berühmte Forscher waren, die jedoch eines Tages auf einer Eisscholle verloren gingen. Seither ist Archers Mutter sehr besorgt um ihren Sohn. Sie hat Angst, dass ihrem Sohn dasselbe passiert wie seinen Großeltern. Deshalb darf er das Haus, abgesehen von dem Weg zur Schule und wieder zurück, niemals verlassen. Doch Archer glaubt nicht daran, dass seine Großeltern einfach so im Eis verloren gegangen sind. Er will sie suchen. Und er muss sich nicht alleine auf die Reise begeben:

»Zum Glück ist da das Nachbarmädchen Adélaïde, das schon mal gegen wilde Krokodile gekämpft hat. (Woher sonst sollte sie ihr Holzbein haben?) Und Oliver, der in jedem Plan die kleinen Fehler aufspürt. Als dann auch noch ein einäugiger Kapitän vor Archers Tür auftaucht und ihm einen Haufen alter Reiseaufzeichnungen überreicht, steht Archers Entschluss fest: Er muss zum Südpol reisen und seine Großeltern finden!«

Archer, Adélaïde und Oliver träumen sich in ihre Welt und Abenteuer hinein. Sie begegnen dabei – zumindest in ihrer Fantasie – Piraten, Zauberhaftem und Fantastischem. Denn sie haben ein Ziel: Zum Ende der Welt reisen und die Großeltern von Archer Helmsley finden.
Die Geschichte gliedert sich in drei Abschnitte: Abschnitt eins, in dem wir Archer kennenlernen, Abschnitt zwei, der sich der jungen Tänzerin Adélaïde widmet und Abschnitt drei, dem Finale.

Bewertung

Erster Eindruck

Das Buch beschreibt sich selbst als ein Werk für “todesmutige Tagträumer und heimliche Helden”. Auch ich weiß nicht, wo genau ich beginnen soll, dieses Buch zu beschreiben. Selten habe ich ein Kinder- und Jugendbuch gelesen, das mich so zum Träumen gebracht hat. Aufmerksam geworden bin ich auf das Werk aufgrund seiner fantastischen Illustrationen. Obgleich ich gerne lese, liebe ich auch Bücher, die ihren Geschichten zusätzlich mit Bildern Farbe verleihen.

Die Charaktere

Der Protagonist, Archer, ist ein ausgesprochen lustiger Zeitgenosse: Er unterhält sich aus lauter Langeweile und mit solcher Selbstverständlichkeit mit den ausgestopften Tieren, die überall im Helmsley-Haus stehen, dass ich mich selber manchmal daran zurück erinnern musste, dass sich der Junge die ganzen Gespräche mit ihnen nur einbildet. Seine Geschichte, eingesperrt im Haus seiner Eltern, von seiner Mutter zu langweiligen Events gezwungen, hat dabei jedoch auch noch einen ganz eigenen, bitteren Beigeschmack: Archers Leben verkörpert nicht nur Ruhe und Fantasie, sondern auch Einsamkeit und Depressionen. Es ist Zeit, mit ihm aus dieser Welt der Einöde auszubrechen. Zusammen mit Archer wollen wir endlich etwas erleben. Archer kitzelt dabei die Erinnerungen an seine eigene Kindheit aus dem Leser heraus. Man selber kennt das Gefühl, eingesperrt zu sein, während draußen unendliche Abenteuer auf einen warten, nur zu gut.

Adélaïde und Oliver sind etwas bodenständiger als Archer. Auch sie tragen ihren Kopf in den Wolken, doch sie haben dabei ihre ganz eigenen Ideen und Vorstellungen von der Welt. Oliver ist wesentlich zurückhaltender als sein Freund und Adélaïde, als Tänzerin, hat ein viel bewegteres Leben, als der eingesperrte Archer. Zusammen ergeben sie ein wunderbares Trio, bei dem sich jeder Leser in wenigstens einem der Charaktere wieder erkennen kann.

Die Geschichte

Die tatsächliche Geschichte um Archer Hemsley geht nur sehr langsam voran. Vielmehr sind es die Ideen, Spinnerein und Gedanken der Charaktere, die einen Großteil des Werkes und seines Zaubers ausmachen. Ankommen werden wir mit diesem Protagonisten nie. Doch das ist auch nicht der Anspruch, den das Buch stellt. Viel wichtiger als die Ankunft ist in diesem Buch die Reise dorthin. Das Buch richtet sich sehr stark nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel. 

Mein Fazit

Das Buch hat mich an vielen Stellen zum Lachen gebracht. Nicholas Gannon skizziert ganz liebevoll die Geschichte der drei Freunde, die allesamt die Sehnsucht nach Abenteuern treibt. Mindestens genauso schön wie die Texte und die Geschichte selbst, sind jedoch die Illustrationen von Nicholas Gannon, die die Geschehnisse bildlich und in Farbe darstellen. Meiner persönlichen Meinung nach sind die Bilder für junge und erwachsene Leser gleichermaßen verzaubernd. Das Buch bietet viel Platz zum träumen und gibt einem, Kapitel für Kapitel, ein gutes Gefühl. Die realistischen Illustrationen tragen stark zur Atmosphäre des Buches bei. Ohne ihnen wäre das Buch nicht das geworden, was es nun zum Glück ist.

Die eigentliche “Reise”, die der Buchtitel verspricht, findet jedoch schlussendlich nie in der Form statt, wie man es sich vielleicht zu Beginn ausgemalt hat. Archer selbst reist in dem Buch nämlich nicht räumlich, sondern nur in seinen Gedanken zum Südpol. Abgehandelt werden also nur seine Pläne und die seiner Freunde, wie man dorthin gelangen könnte. Das ist okay, zum einen, weil die Stimmung des Buches bereits das Gefühl von Abenteuern weckt, zum anderen, weil Die höchst wundersame Reise zum Welt erst der Auftakt einer Reihe ist, von der noch viel erwartet werden kann.

Ich habe das Buch innerhalb weniger Tage verschlungen. Für mich eine ganz klare Leseempfehlung für Kinder wie auch Erwachsene.

Bewertung nach der nonsensente-Bewertungsskala:

Positiv Negativ

8
Sehr gut!

Geschichte – 7
Illustration – 10
Spannung – 8
Anspruch – 5
Charaktere – 9

  • Wunderschöne Illustrationen
  • Interessante Charaktere
  • Buch Design und Aufmachung
  • Kreative Ideen
  • Viel Platz zum Träumen
  • Es gibt keine räumliche “Reise”
  • Story geht nur langsam voran

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