Kreatives Schreiben: Die Kunst der Fiktion – Die besten Übungen für großartige Texte

Kreatives Schreiben: Die Kunst der Fiktion – Die besten Übungen für großartige Texte

Für die einen ist es eine Bestimmung, für die anderen ein kaum zu überwindendes Laster. Kreatives Schreiben ist eine Kunstform und am Ende eben doch ein Handwerk. Kreatives Schreiben ist mehr als das wiedergeben von Sachtexten, Pressemitteilungen oder Wikipedia-Beiträgen. Wer kreativ arbeiten möchte, muss außerhalb der Box denken. Niemand wird mit diesen Fähigkeiten geboren, es ist alles nur eine Frage der Perspektive. Wie du deinen Weg findest, das erfährst du in diesem Beitrag.

Was ist Kreatives Schreiben?

Ein Handwerk. Ein Trick. Eine Leidenschaft. Im Grunde: Eine Technik, die man erlernen kann, um die großartigsten Texte aller Zeiten verfassen zu können. Unter den Begriff Kreatives Schreiben fallen alle Schreibansätze, die davon ausgehen, dass Schreiben ein kreativ-sprachlicher Prozess ist, zu dem jeder Mensch methodisch angeleitet werden kann. Das creative writing gibt es seit dem 19. Jahrhundert, als erstmals Studenten der Literaturwissenschaft in Kursen mit diesem Titel praktische Schreiberfahrungen sammelten. In manchen Schulen oder Universitäten wird Kreatives Schreiben als Kurs angeboten. Doch das tatsächliche Kreative Schreiben geht über diesen Unterricht und diese Vorlesungen weit hinaus. Man wird vom Texter zum Künstler.

Das wichtigste an dieser Technik ist, dass durch assoziative, gestaltende und überarbeitende Methoden trainiert wird. Das bedeutet üben, üben, oben! Wie in vielen kreativen Prozessen gibt es auch hier kein richtig und falsch. Richtig ist, was sich gut anfühlt und gut liest. Die unterschiedlichen Grundlagen, Methoden und Ziele unterscheiden sich je nach Schreibkurs sehr. Viele bedeutende Autoren benutzen die verschiedenen Methoden des Kreativen Schreibens für ihre Texterstellung. Grundlegend lassen sich vier Konzepte von einander unterscheiden:

  1. Spiel mit der Sprache,
  2. Therapie und autobiografische Selbstreflexion,
  3. schulische Schreibdidaktik,
  4. Pragmatik des Schreibens in Literatur, Theater, Film und Wissenschaft.

Methoden des Kreativen Schreibens

Die Methoden mit denen gearbeitet werden kann sind so weit umfassend wie die Literatur selbst. Es beginnt damit, sich spielerisch Texten zu nähern und geht bis zur Analyse komplexer literarischen Formen. Die unterschiedlichen Methoden können miteinander oder einzeln angewandt werden und es gibt keine feste Reihenfolge, in der Übenden geraten wird, sich diesen Methoden zu nähern. Richtig coole Texte werden meistens erst dann lebendig, wenn sie Emotionen versprühen. Deine Texte müssen brennen! Deshalb rate ich dir als erstes, das Feuer in dir zu entfachen, damit du es zu Papier bringen kannst:

1. Raste aus!

Das meine ich Wort wörtlich! Hat dich in der letzten Zeit eine Person oder eine Situation so richtig angekotzt? Dann lasse die Wut zu und versuche sie so konkret wie möglich auf dem Papier festzuhalten. Wenn es in deinem privaten Umfeld gerade keine Probleme gibt, denke darüber nach, was dich an deinem Umfeld oder der Welt stört. Raste einfach mal so richtig aus.

2. Starte nie wieder mit einem weißen Blatt Papier

Die größte Hürde eines jungen Autoren ist es, vor einem leeren Blatt Papier zu sitzen und einfach nicht zu wissen, womit man anfangen soll. Lass diese Hürde gar nicht erst zu. Schreibe zuerst dein Lieblingszitat auf, klaue einen Satzanfang, kopiere diesen Abschnitt hinein oder bitte einen Freund, ein paar Worte für dich aufzuschreiben. Am Ende kannst du diesen Anfang einfach löschen und durch das ersetzen, was du für besser hältst.

3. Vergiss alle Regeln

Nichts ist langweiliger als immer wieder derselbe Anfang. Beinahe jeder Zeitungsartikel oder Pressebericht beginnt mit einer Ortsangabe, einer kurzen Tatbeschreibung oder ähnlichem. Versuche dich nicht an Formen oder Umgangssprache zu halten. Schreibe das auf, was du wirklich denkst und mache es nicht nur anders als alle anderen, sondern auch besser!

4. Beschreiben statt erklären

Du hast Erklärungen nicht nötig. Erkläre in deinen Texten nicht, wieso Charakter A dies oder jenes tut oder wieso Figur B so oder ähnlich darauf reagiert. Beschreibe die Situation, die Gefühle und die Gedanken der Charaktere und lasse deine Leser später ihre eigenen Schlüsse daraus ziehen. Im realen Leben haben wir schließlich auch keinen Wegweiser, der uns immer genau sagt, was gerade vor sich geht. Genau das macht die Spannung schließlich aus.

5. Dichte!

Wir alle kennen diesen Spruch: Nur Goethe war Dichter. Entfalte deinen eigenen Dichter, sprühe nur so vor Liebe und lasse dein Herz sprechen. Auch wenn du normalerweise nicht viel mit der Dichtkunst anfangen kannst, wirst du merken, dass es dir völlig neue Möglichkeiten auftun wird, wenn du auf bestimmte Reime angewiesen bist.

6. Alle guten Dinge sind drei

Du glaubst mir nicht? Dann probiere es selber aus. Ab sofort hast du nur noch drei Wörter, um eine komplette Din-A4 Seite zu füllen. Erzähle deine eigene Geschichte, dein Manifest, gebe einen Traum wieder oder beschreibe eine alltägliche Situation – doch benutze für jeden Satz nur drei Worte. Menschen entwickeln sich erst weiter, wenn sie an ihre Grenzen stoßen. Die 3-Wort-Regel macht dich sauer? Super! Halte es fest. Aber bitte nur mit drei Worten.

7. Werbung

Kreatives Schreiben bedeutet nicht immer nur neue Welten, Dinge oder Charaktere zu erschaffen, sondern manchmal auch, bestehendes zu verändern. Darauf bist in diesem Schritt nun auch du angewiesen. Suche dir eine alte Plakat, Flyer oder Fernsehwerbung heraus und texte sie um, erfinde eine Geschichte drum herum. Doch achte darauf, dass die Werbebotschaft erhalten bleibt, ohne dass sie wie eine wirkt.

8. Eine Kurzgeschichte

Du bist bereit für das nächste Level? Dann schreibe nun eine Kurzgeschichte. Wirklich kurz! Die Kunst von Kurzgeschichten ist es, dass sie ebenso einen Spannungsbogen haben wie umfangreiche Geschichten, eine Pointe haben, interessante Charaktere und Dialoge sowie einen Sinn – das alles nur auf wesentlich weniger Seiten als bei einem Roman. In einer Kurzgeschichte zählt jeder Satz, denn du hast nur eine Chance den Leser zu fesseln und für dich zu gewinnen.

9. Keine Verben mehr

Dieser Part könnte schwierig werden. Denn von nun an darfst du keine Verben mehr benutzen. Du lernst so, dich nur auf die wesentlichen Informationen zu konzentrieren.

10. Beende jemand anderes Werk

Du hast genug Denkarbeit leisten müssen, wenn du alle Schritte bis hierher ausgeführt hast. Es ist an der Zeit, jemand anderen denken zu lassen. Kreatives Schreiben besteht auch darin, andere Stile übernehmen und umsetzen zu können. Schreibe also beispielsweise das achte Harry Potter Buch, setze die Geschichte von Peter Pan fort oder erzähle deinem fiktiven Publikum mehr über die weiteren Abenteuer von Simba, dem König der Löwen. Das schwierigste daran: Dein Schreibstil muss dem des echten Autoren ähnlich genug sein, dass man die Charaktere trotzdem erkennt.

Weitere Methoden zum Kreativen Schreiben

Gewohnheiten stellen sich nach ungefähr 3 Wochen ein. Das bedeutet, wenn du es schaffst, drei Wochen lang etwas konsequent durch zu ziehen, dann wird es dir nach dieser Zeit in Fleisch und Blut über gehen. Also fange an zu üben! Setze dich jeden Abend hin und schreibe! Auch Tagebuch schreiben kann dir dabei helfen, deine Kreativität voll zu entfalten. Ein Vorteil vom Kreativen Schreiben ist es, dass du dir auch deine ganz eigenen Schreibübungen ausdenken kannst. Probiere beispielsweise für einen Blinden zu schreiben, der die Welt nicht sehen kann. Er muss anhand deiner Worte alles verstehen können. Oder probiere dich mit dem Mind Mapping und versuche Gedankengänge zu verbinden, um daraus ein Geflecht einer Geschichte zu bilden. Es gibt drei Perspektiven, die dafür immer einnehmen kannst:

  • Szenisches Schreiben
  • Wissenschaftliches Schreiben
  • Literarisches Schreiben

Probiere dich außerdem in dem so genannten Free Writing oder Clustering, zwei Methoden, bei denen du einmal strukturiert und einmal völlig unstrukturiert das leere Blatt vor dir mit deinen Worten zu füllen beginnst.

Jeder kann ein guter Autor sein

Diesen Ansatz vertrete ich aus tiefstem Herzen. Ich weiß, dass in jedem Menschen die großartigsten Geschichten schlummern, die nur noch geweckt werden müssen. Oft bedarf es nur der richtigen Schreibtipps, um das Feuer für die Worte zu entfachen. Kreatives Schreiben ist kein Zauberwerk. Ganz im Gegenteil: Kreatives Schreiben ist harte Arbeit. Doch wer diese Kunst wirklich erlernen will, der muss vor allem eines tun: Anfangen und üben.

Die Angst vor dem Anfang ist die am weitesten verbreitete und die unbegründetste zugleich. Vergesse niemals, wofür die Kreatives Schreiben erlernen willst: Tust du das für dich oder die anderen? Ich bin mir sicher, selbst deine absoluten Lieblingsautoren haben ihre ersten Werke mittlerweile verbrannt. Schreibe gerne in die Kommentare deine kreativen Ansätze oder Beispiele, damit wir uns alle gegenseitig inspirieren können.

Beitragsbild: © Free-Photos – pixabay.com

sarah-laurien-weiher

Hinter nonsensente stecke ich, Sarah. Seit dem Jahr 2015 bin ich Bloggerin. Ich schreibe auf meinem Blog über Dinge, Welten und Menschen. Kurzum über alles, was mich bewegt. Als Pixelfreundin bin ich in der bunten Welt der Medien aufgewachsen. Besonders gerne befasse ich mich heute mit Literatur aus den Bereichen Fantasy, Sci-Fi und Crime.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Schließe mich
Etwas suchen?
Suche:
Beitragskategorien: