Buch Rezension: Lost Boy von Christina Henry

Buch Rezension: Lost Boy von Christina Henry

Das Buch Lost Boy von Christina Henry gehört zu den besten Büchern die ich bisher dieses Jahr gelesen habe. Im Internet gibt es viele Rezensionen zu Lost Boy, doch so gut wie keine der Rezensionen ist spoilerfrei. Auch ich wurde vor dem Lesen massiv gespoilert. Deshalb verspreche ich dir, dir in meiner Rezension nichts zu verraten, außer so viel: Die Geschichte von Christina Henry ist absolut großartig.

Titel All children grow up except one… Lost Boy
Genre Fantasy
Autor Christina Henry
Sprache Englisch
Altersempfehlung ab 16 Jahren
Bindung Taschenbuch
Umfang 304 Seiten
Preis 7,99 €
Erschienen 03. Juli 2017
Verlag Titan Publ. Group Ltd.
ISBN 978-1785655685

Inhalt

Lost Boy von Christina Henry erzählt die Geschichte von Jamie, dem ersten Verlorenen Jungen, den Peter Pan jemals zu sich ins Nimmerland geholt hat. Jamie liebte Peter und die Zeit, die sie zu zweit teilten. Doch irgendwann war Jamie Peter Pan als Spielgefährte nicht mehr genug und er begann, sich auch andere Jungen zum Spielen ins Nimmerland zu holen. Nur, dass “Spielen” sich harmloser anhört als es ist. Das Leben auf Nimmerland ist hart: Die Jungen müssen lernen Tiere zu töten und zu häuten, um zu überleben. Durch das Schlafen im Freien werden sie oft krank – und für so etwas hat Peter Pan keine Zeit. Denn alles was er will, ist Spaß haben. Spaß bedeutet für Peter zu töten. Dabei sterben nicht zu selten reichlich seiner Verlorenen Jungs bei den blutigen Kämpfen gegen die Piraten oder die Many Eyed. Die Meerjungfrauen machen sich dann darüber lustig. Doch eines Tages hört der Spaß für Jamie auf, als Peter Pan – der sonst nur 10-jährige Jungen ins Nimmerland bringt – eines Tages den gerade einmal 5 Jahre alten Charlie auf die Insel holt. Charlie ist der Brutalität der Insel nicht gewappnet. Jamie hat Mitleid mit dem Jungen und fängt an sich um ihn zu sorgen. Doch Verantwortung zu übernehmen heißt zu altern und das gefällt Peter Pan gar nicht; denn Peter Pan ist der Junge, der niemals Erwachsen werden will.

Erster Eindruck

Ich habe lange mit mir gehadert, ob ich mir Lost Boy von Christina Henry anschaffen sollte oder lieber nicht. Grund dafür war, dass die Geschichte, erschienen im Titan Verlag, niemals ins Deutsche übersetzt wurde. Zwar ist mein Englisch nicht schlecht, doch ein ganzes Buch auf Englisch zu lesen stellt für mich immer noch eine Hürde dar. Falls du mit der gleichen Sorge zu kämpfen hast, dann lass mich dich beruhigen: Das Englisch ist nicht allzu anspruchsvoll und auch ohne großartige Englischkenntnisse ist das Buch gut zu lesen.

Die Charaktere

Die Charaktere in Lost Boy sind fantastisch und teilweise natürlich auch schon bekannt. Schließlich wird mit Lost Boy die Vorgeschichte einer der berühmtesten Klassiker in der Literatur erzählt und ein wenig umgedreht und abgeändert. Es ist nicht die erste Neuinterpretation von Peter Pan, in der Peter statt dem Helden auf einmal der Bösewicht ist. Denn Peter Pan will nicht erwachsen werden, das bedeutet, er kann auch nicht aus seinen Fehlern lernen oder Reifen und ihm sind die anderen Mitmenschen um ihn herum egal. Er möchte sorgenfrei und unbeschwert durch das Leben gehen, egal welche Opfer das bringt. Die Opfer sind meistens dann die Verlorenen Jungs, wie Nog, Fog, Charlie, Sal, Dan oder auch Jamie selbst, die unter der Führung von Peter Pan ganz schön zu leiden haben. Anfangs viel es mir ziemlich schwer die Lost Boys auseinander zu halten, da viele der Namen sich doch sehr stark ähnelten. Doch man erkennt schnell, dass jeder der Verlorenen Jungs seinen ganz eigenen Charakter hat. Um nicht zu viel vorweg zu nehmen schließe ich nur mit den Worten, dass gerade Jamie und Sal für große Überraschungen bei mir gesorgt haben und ich diese Charaktere tief in mein Herz geschlossen habe.

Die Geschichte

Das Buch liest sich unglaublich schnell weg. Mit etwas über 300 Seiten ist das Buch auch schnell an einem Abend verschlungen, denn der Spannungsbogen bricht von der ersten Seite an nicht ab. Im Laufe der Geschichte merkt man, wie jedes noch so kleine Detail eine massive Auswirkung haben kann und wie wichtig es ist, genau zu lesen und auf seine Taten zu achten. Ab der Hälfte macht das Buch eine drastische Kehrtwende, aber im Positiven. Ich konnte das Buch auf den letzten 150 Seiten gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Geschichte ist schön erzählt, kitzelt das meiste aus den Charakteren raus und sorgt immer wieder für einige Überraschungen. Allerdings ist Lost Boy wohl nichts für sanfte Gemühter, denn, anders als man bei Peter Pan vielleicht glauben könnte, ist die Geschichte rund um Jamie extrem blutig und brutal und damit auf keinen Fall für jüngere Leser geeignet. Die Autorin schildert in detaillierter Grausamkeit wie es tatsächlich aussehen würde, wenn Kinder mit ein paar selbst gebastelten Waffen gegen blutrünstige Piraten kämpfen würden oder sich riesigen, Spinnen-ähnlichen Monstern stellen würden.

Mein Fazit

Ich möchte diese Geschichte absolut jedem ans Herz legen, der Spannung in Büchern zu schätzen weiß und den etwas Blut nicht abschreckt. Die Geschichte ist fantastisch, mit einem der besten Enden die man sich nur vorstellen kann. Bei dem Buch handelt es sich um einen Einteiler, was mich einerseits traurig macht, weil ich auch gerne noch viel mehr Zeit mit den Charakteren auf Nimmerland verbracht hätte, doch was andererseits einen perfekten Abschluss – beziehungsweise Anschluss an die alt vertrauten Peter Pan Geschichten – darstellt.

Bewertung nach der nonsensente-Bewertungsskala:

Positiv Negativ

10
Fantastisch!

Geschichte – 10
Spannung – 9
Anspruch – 9
Charaktere – 10

  • Großartige Neuinterpretation eines alten Klassikers mit Peter Pan als Antagonisten
  • Viele wundervolle Ideen rund um eine bekannte Insel und um bekannte Charaktere
  • Schöner Sprachstil und guter Lesefluss
  • Spannung von der ersten bis zur letzten Seite
  • Das Buch ist nur auf Englisch erhältlich, dadurch sind manche Passagen etwas schwierig zu verstehen
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User Review
4.17 (6 votes)
sarah-laurien-weiher

Hinter nonsensente stecke ich, Sarah. Seit dem Jahr 2015 bin ich Bloggerin. Ich schreibe auf meinem Blog über Dinge, Welten und Menschen. Kurzum über alles, was mich bewegt. Als Pixelfreundin bin ich in der bunten Welt der Medien aufgewachsen. Besonders gerne befasse ich mich heute mit Literatur aus den Bereichen Fantasy, Sci-Fi und Crime.

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