Die schönsten ersten Sätze: Berühmte Buchanfänge

Die schönsten ersten Sätze: Berühmte Buchanfänge

Der erste Satz ist häufig die größte Hürde, die Autoren beim Schreiben überwinden müssen. Einen ersten Eindruck kann man nicht wiederholen. Die ersten Worte auf ein leeres Blatt Papier zu bringen ist nicht einfach. Manche Buchanfänge sind so unvergesslich, dass wir schon anhand der ersten paar Worte wissen, um welches Buch es sich handelt. Die schönsten ersten Sätze und die somit schönsten Buchanfänge habe ich im Nachfolgendem für dich aufgelistet. Fühle dich frei, diese Liste in den Kommentaren zu ergänzen.

Berühmte erste Sätze und Buchanfänge

  1. »Diese Inschrift stand auf der Glastür eines kleines Ladens, aber so sah sie natürlich nur aus, wenn man vom Inneren des dämmerigen Raumes durch die Scheibe auf die Straße hinausblickte.«
    – Michael Ende, Die Unendliche Geschichte
  2. »Am Rand der kleinen, kleinen Stadt lag ein alter verwahrloster Garten. In dem Garten stand ein altes Haus, und in dem Haus wohnte Pippi Langstrumpf.«
    – Astrid Lindgren, Pippi Langstrumpf
  3. »Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.«
    – Franz Kafka, Die Verwandlung
  4. »Alice war es allmählich leid, neben ihrer Schwester am Bachufer stillzusitzen und nichts zu tun; denn sie hatte wohl ein- oder zweimal einen Blick in das Buch geworfen, in dem ihre Schwester las, aber nirgends waren Bilder oder Unterhaltungen abgedruckt – „und was für einen Zweck haben schließlich Bücher“, sagte sich Alice, „in denen überhaupt keine Bilder oder Unterhaltungen vorkommen?“«
    – Lewis Carroll, Alice im Wunderland
  5. »Es war die beste und die schlimmste Zeit, ein Jahrhundert der Weisheit und des Unsinns, eine Epoche des Glaubens und des Unglaubens, eine Periode des Lichts und der Finsternis: es war der Frühling der Hoffnung und der Winter der Verzweiflung; wir hatten alles , wir hatten nichts vor uns; wir steuerten alle dem Himmel zu und auch alle unmittelbar in die entgegengesetzte Richtung – mit einem Wort, diese Zeit war der unsrigen so ähnlich, dass ihre geräuschvollsten Vertreter im guten wie im bösen nur den Superlativ auf sie angewendet haben wollten.«
    – Charles Dickens, Eine Geschichte aus zwei Städten
  6. »An einem Orte der Mancha, an dessen Namen ich mich nicht erinnern will, lebte vor nicht langer Zeit ein Junker, einer von jenen, die einen Speer im Lanzengestell, eine alte Tartsche, einen hagern Gaul und einen Windhund zum Jagen haben. Eine Schüssel Suppe mit etwas mehr Kuh als Hammelfleisch darin, die meisten Abende Fleischkuchen aus den Überbleibseln vom Mittag, jämmerliche Knochenreste am Samstag, Linsen am Freitag, ein Täubchen als Zugabe am Sonntag – das verzehrte volle Dreiviertel seines Einkommens; der Rest ging drauf für ein Wams von Plüsch, Hosen von Samt für die Feiertage mit zugehörigen Pantoffeln vom selben Stoff, und die Wochentage schätzte er sich’szur Ehre, sein einheimisches Bauerntuch zu tragen – aber vom feinsten!«
    – Miguel de Cervantes, Don Quijote
  7. »Alle Kinder, bis auf einen, werden erwachsen.«
    – J.M. Barrie, Peter Pan
  8. »Mr. und Mrs. Dursley im Ligusterweg Nr. 4 waren stolz darauf ganz und gar normal zu sein, sehr stolz sogar.«
    – J. K. Rowling, Harry Potter und der Stein der Weisen
  9. »In Westfalen, auf dem Schloß des Herrn Barons von Thunderdentronckh, lebte vorzeiten ein Jüngling, ein ausnehmend sanfter und gutherziger Mensch, von der Natur liebevoll mit einem Gesicht bedacht, dem man schon von weitem sein gutes Herz ansah.«
    – Voltaire, Candide
  10. »Euch kann ich’s ja ruhig sagen: Die Sache mit Emil kam mir selber unerwartet.Eigentlich hatte ich ein ganz anderes Buch schreiben wollen.« – Erich Kästner, Emil und die Detektive
  11. »Nennt mich Ismael.«
    – Herman Melville, Moby-Dick
  12. »Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein alleinstehender Mann, der ein beträchtliches Vermögen besitzt, einer Frau bedarf.«
    – Jane Austen, Stolz und Vorurteil
  13. »Am 24. Februar 1815 meldete die Signalstation von Notre Dame de la Garde in Marseille das Einlaufen des Dreimasters „Pharao“, der von Smyrna über Triest und Neapel kam.«
    – Alexandre Dumas, Der Graf von Monte Christo
  14. »Als ich aufwache, ist die andere Seite des Bettes kalt.«
    – Suzanne Collins, Die Tribute von Panem
  15. »Er war ein alter Mann und er fischte allein in einem Boot im Golfstrom, und seit vierundachtzig Tagen hatte er keinen Fisch gefangen.«
    – Ernest Hemingway, Der alte Mann und das Meer
  16. »Scarlett O’Hara war nicht eigentlich schön zu nennen.«
    – Margaret Mitchell, Vom Winde verweht
  17. »In einem Loch im Boden, da lebte ein Hobbit. Nicht in einem feuchten, schmutzigen Loch, wo es nach Moder riecht und Wurmzipfel von den Wänden herabhängen, und auch nicht in einer trockenen, kahlen Sandgrube ohne Tische und Stühle, wo man sich zum Essen hinsetzen könnte: nein, das Loch war eine Hobbithöhle, und das heißt, es war sehr komfortabel.«
    – J.R.R. Tolkien, Der Hobbit

Literaturquiz: Zu welchem Buch gehört dieser Satzanfang?

Jetzt bist du auf die Probe gestellt. Kannst du die nachfolgenden Fragen beantworten? Poste deine Punktzahl und dein Ergebnis auf jeden Fall in die Kommentare! Ich stelle dir Fragen, die nur echte Buchliebhaber beantworten können.

Beitragsbild: © Free-Photos – pixabay.com

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